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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Afghanistan-Abzug

    Bielefeld (ots) - Frank-Walter Steinmeier entdeckt zwei Wochen vor der Bundestagswahl die Mehrheit der Deutschen, die einen schnellen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan befürworten. Eilig legt er ein Strategiepapier für ein Abzugsszenario vor. Dass Steinmeier damit innerhalb der Nato Zweifel an der Verlässlichkeit der Deutschen nährt, ist ihm offenbar nicht bewusst, mindestens aber egal. Natürlich ist es legitim, über einen Zeitpunkt für ein Abzugsdatum nachzudenken. So meinte auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Wochenende sagen zu müssen, dass die Bundeswehr noch mindestens fünf Jahre in Afghanistan bleiben müsse. All das ist jedoch nicht sonderlich sinnvoll. Ein vielstimmiges Gewirr von Vorschlägen ist das Letzte, an dem es mangelt. Vonnöten ist vielmehr ein abgestimmter Plan aller Regierungen, die Truppen in das von den Taliban bedrohte Land geschickt haben. Die Nato-Partner müssen darin gemeinsam die Ziele beschreiben, die zur Stabilisierung des Landes erreicht werden sollen, bevor ein Rückzug zu verantworten ist. Unverantwortlich wäre es, jetzt die Menschen in Afghanistan im Stich zu lassen, die ein Land aufbauen wollen ohne eine unheilvolle Herrschaft der Taliban.

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