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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bahnaffäre

    Bielefeld (ots) - Es war nur eine Frage der Zeit: Die Datenaffäre bei der Bahn hat den ersten Top-Manager den Job gekostet. Josef Bähr, Leiter der Konzernrevision, und damit ein Mann aus der zweiten Reihe wurde beurlaubt. Bahnchef Hartmut Mehdorn ist zwar angeschlagen, noch aber kann er sich auf dem Führerstand behaupten. Er kämpft um seinen Job, das kann man verstehen. Dass Mehdorn aber von keiner der scheibchenweise bekannt gewordenen Mitarbeiter-Überprüfungsaktionen etwas gewusst haben will, mag man schwerlich glauben. Ein Manager von seinem Format, der das frühere Staatsunternehmen erfolgreich in die schwarzen Zahlen geführt hat, war dafür viel zu sehr Herr im Ring. Dieses Misstrauen dürfte den Druck auf Mehdorn weiter erhöhen. Es ist schon erschreckend zu hören, dass sich die Bahn bei der Bekämpfung von Korruption selbst strafbar gemacht haben könnte. Dabei haben Mehdorn und andere verantwortliche Bahnmanager diesen Skandal völlig unnötig losgetreten. Gerade vor dem Hintergrund der Schmiergeldaffäre bei Siemens hätte niemand der Bahn etwaige Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung vorgeworfen - nur hätte der Konzern vorher zumindest den Aufsichtsrat darüber informieren und die Verhältnismäßigkeit wahren müssen. Warum müssen mehr als 170000 Mitarbeiter unter Generalverdacht gestellt werden? Hier hat die Bahn den Bogen überspannt.

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