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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Lohnforderungen der IG Metall

    Bielefeld (ots) - An der Tankstelle, im Supermarkt: Überall steigen die Preise. Sollen ausgerechnet die Gewerkschaften bei ihren Lohnforderungen Zurückhaltung üben? Gäbe es keinen Abschwung der Konjunktur und keine internationale Finanzkrise, könnte die IG Metall auf Verständnis für die verlangte achtprozentige Einkommenssteigerung hoffen. Doch Tarifverhandlungen werden weder in einer eigenständigen Welt noch allein auf Basis einer guten Entwicklung in der Vergangenheit geführt. Der Beschluss der IG Metall ist in keiner Weise mehr mit der Realität verschweißt. Als Folge der Finanzkrise verschieben Firmen weltweit ihre Investitionen. Da ist es relativ belanglos, ob sie dies aus Sorge um die Konjunktur oder wegen fehlender Kreditmittel tun. Die Folge für die Maschinenbauer, Stahlerzeuger und anderen Hersteller von Investitionsgütern ist die gleiche: Das Auftragsbuch dünnt immer mehr aus. Das gilt auch für die private Seite. Die allgemeine Verunsicherung führt auch dort zur Zurückhaltung beim Kauf eines neuen Autos, einer Waschmaschine oder einer Wohnungseinrichtung. Einige Euro mehr in der Lohntüte werden das nicht ändern; sie gefährden aber die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Ein voller Schluck aus der Lohnpulle sorgt nur kurzzeitig für gute Stimmung bei den Arbeitnehmern. Der anschließende Kater jedoch ist sehr schmerzhaft und dauert auch viel länger.

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