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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Entdeckung eines Römerlagers in Porta Westfalica

    Bielefeld (ots) - Kurz vor der 2000-Jahr-Feier der Varusschlacht bergen die Entdeckungen in Porta Westfalica Brisanz. Der Bürgermeister der Stadt, Stephan Böhme, schlug gestern schmunzelnd vor, der Mühlenkreis Minden-Lübbecke könne sich ja jetzt Varus-Kreis nennen. In jedem Fall will der Kreis das Sommerlager des römischen Statthalters touristisch für sich nutzen. Bislang hatten Lippe und Kalkriese das geschichtsträchtige Ereignis für sich reklamiert. Aber nun wurde ein Lager nicht vor der Kulisse des Hermanns-, sondern des Kaiser-Wilhelm-Denkmals freigelegt. Die Diskussion über Vorgeschichte und Ort der Schlacht im Jahre 9 nach Christus wird neu angefacht. Um nicht Öl ins Feuer zu gießen, vermied Archäologe Daniel Bérenger gestern geschickt die Antwort auf die Frage, wer nach den jüngsten Funden die besseren Karten hat. »Der Ort der Schlacht hat mich nie interessiert, die Infrastruktur der Römer vor dem Kollaps ist interessanter als der Kollaps selbst«, sagte der 59-Jährige ausweichend. Es zeigt sich immer deutlicher, wie klug die Entscheidung des Landesmuseums in Detmold war, sich bei der Ausstellung 2009 auf den Mythos der Schlacht zu konzentrieren. Der ist nach 2000 Jahren ungebrochen.

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