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B20 startet inhaltliche Arbeit in sieben thematischen Arbeitsgruppen

Berlin (ots) -

   - Wirtschaftsvertreter aus der ganzen Welt erarbeiten 
     Handlungsempfehlungen an G20 unter deutscher Präsidentschaft
   - Spitzen der europäischen Wirtschaft übernehmen Vorsitz der 
     Arbeitsgruppen
   - Erste B20-Konferenz am 1. und 2. Dezember in Berlin 

Im G20-Wirtschaftsdialog - der Business 20 (B20) - beginnen die Beratungen über die wirtschaftspolitischen Handlungsempfehlungen an die G20, deren Präsidentschaft Deutschland zum 1. Dezember übernehmen wird. In sieben thematischen Arbeitsgruppen erarbeiten über 500 führende Wirtschaftsvertreter aller G20-Staaten konkrete Handlungsvorschläge an die G20. Die B20 ist Teil des G20-Austausches mit der Zivilgesellschaft und vertritt im G20-Prozess mit einer Stimme die globale Wirtschaft. Ihre Aufgabe ist es, Positionen zu konsolidieren, der G20 durch konkrete Empfehlungen konsensfähige Lösungswege aufzuzeigen und deren Umsetzung voranzutreiben.

Dabei beschränkt sich die B20 nicht nur auf Vorschläge, wie Wachstum gesteigert werden kann. Die Empfehlungen zielen darauf ab, langfristig Wohlstand zu sichern, indem die Weltwirtschaft nachhaltiger und zukunftsorientierter gestaltet wird. Leitmotiv für die deutsche B20-Präsidentschaft ist: Resilience, Responsibility and Responsiveness. Towards a future-oriented, sustainable world economy.

Die erste B20-Konferenz wird am 1. und 2. Dezember 2016 in Berlin stattfinden. Bis Mai 2017 werden die Themen in mehreren Sitzungen diskutiert. Die finalen Empfehlungen werden beim B20-Gipfel am 2. und 3. Mai 2017 in Berlin vorgestellt.

Die Arbeitsgruppen der deutschen B20 befassen sich mit folgenden Themen:

   -	Energie, Klima und Ressourceneffizienz -	Digitalisierung -	
Finanzierung von Wachstum und Infrastruktur -	Handel und 
Investitionen -	Beschäftigung und Bildung -	Kleine und mittlere 
Unternehmen (KMU) -	Verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln und
Korruptionsbekämpfung 

Die deutsche B20-Präsidentschaft setzt neue Schwerpunkte. Dr. Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF SE, wird die Leitung der B20-Arbeitsgruppe "Energie, Klima & Ressourceneffizienz" übernehmen. Bezüglich der Bedeutung der Arbeitsgruppe, betont Bock: "Klimaschutz ist eine globale Aufgabe. Die Wirtschaft bietet die notwendige Technologie, um die ehrgeizigen Emissionsreduktionsziele zu erreichen. Die B20-Arbeitsgruppe wird die erforderlichen Konzepte und politischen Rahmenbedingungen diskutieren." So spiele die G20 etwa eine herausragende Rolle bei einer Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, die Nachhaltigkeit, Innovation und Wohlstand fördert.

Ebenfalls neu ist die B20-Arbeitsgruppe "Digitalisierung", die Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG, leiten wird. Helmrich betont die Bedeutung internationaler Kooperation für die digitale Transformation: "Die Digitalisierung bietet besonders der Industrie neue Möglichkeiten, ihre Produktivität, Flexibilität und Qualität zu verbessern - vom Design bis zum Service. Heute schon können wir die gesamte Wertschöpfungskette digital abbilden und mit Hilfe von "Smart Data" neue Geschäftsmodelle entwickeln. Die Kooperation von Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Institutionen über Landesgrenzen hinweg trägt dazu bei, diese digitale Transformation voranzutreiben. Ich begrüße deshalb sehr, dass sich zum ersten Mal eine B20-Arbeitsgruppe auf die Digitalisierung konzentrieren wird, und fühle mich geehrt, diese Gruppe mit namenhaften Wirtschaftsvertretern leiten zu dürfen und die Erfahrung von Siemens einbringen zu können." Beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs im September 2016 in Hangzhou war Digitalisierung erstmals ein Fokusthema der G20.

Die Notwendigkeit für gemeinsames Handeln auf internationaler Ebene sieht auch Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, welcher der Arbeitsgruppe "Finanzierung von Wachstum und Infrastruktur" vorsteht: "Globales Wachstum erlebt momentan starken Gegenwind: Neben demographischem Wandel, hoher Verschuldung und nicht ausreichenden Infrastrukturinvestitionen ist vor allem das Stocken der Globalisierung ein großes Wachstumshindernis." Deshalb brauche man ein entschlossenes Handeln der G20.

Die Präsidentin von Businesseurope und Aufsichtsratsvorsitzende des italienischen Mineralölkonzerns Eni, Emma Marcegaglia, wird der Arbeitsgruppe "Handel und Investitionen" vorstehen. "Die G20 muss die richtigen Impulse setzen, um den steigenden Protektionismus abzuwehren und neue Chancen wie den digitalen Handel, der gerade Entwicklungsländern und kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen kann, voll auszuschöpfen", so Marcegaglia. Die B20 sei ein wichtiger Akteur, um die richtigen Prioritäten zu identifizieren und zu der Umsetzung getroffener Entscheidungen beizutragen.

Auch Dr. Gerhard Braun, Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Beschäftigung und Bildung", sieht für die B20 und G20 ebenso eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung von Arbeitsmärkten: "Die G20-Mitglieder sollten sich darauf konzentrieren, flexible und dynamische Arbeitsmärkte zu schaffen. Wir müssen Arbeitsmarkthindernisse abbauen, um insbesondere Jugendlichen und Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern und in den Schwellenländern den Übergang von informeller in die formelle Beschäftigung zu fördern."

Ein Querschnittsthema werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sein. Die diesbezügliche Arbeitsgruppe wird Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, leiten. Überall auf der Welt seien kleine und mittelständische Unternehmen wichtige Garanten für Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Innovation, so Staudigl. Die Bedeutung von KMU müsse bei G20-Entscheidungen berücksichtigt werden. Staudigl unterstreicht: "Aus meiner Sicht ist gerade freier Handel ein wichtiger Hebel, um den KMU einen besseren Zugang zu den globalen Wertschöpfungsketten sowie zu Finanzierungsmöglichkeiten und zur Digitalisierung zu ermöglichen."

Nachhaltigkeit und die Umsetzung der Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals) werden in den Diskussionen aller B20-Gruppen von Bedeutung sein. Speziell wird sich die Arbeitsgruppe "Verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln und Korruptionsbekämpfung" mit dem Thema beschäftigen. Geleitet wird die Gruppe von Dr. Klaus Moosmayer, der sich als Anti-Corruption Chair des Business and Industry Advisory Committee to the OECD (BIAC) sowie als Chief Compliance Officer von Siemens täglich mit Korruptionsbekämpfung und verantwortungsvollem Unternehmertum auseinandersetzt. "Wir werden das Übel der Korruption nicht besiegen, wenn wir es getrennt bekämpfen. Deutschland ist unter anderem führend in der Umsetzung des OECD-Übereinkommens gegen Korruption. Das gibt Deutschland ein klares Mandat, die G20 auf die nächste Stufe des Kampfes gegen Korruption zu führen, welcher ein gemeinsamer des öffentlichen und des privaten Sektors sein muss."

Über die G20

Die G20 ist das zentrale Forum für internationale Kooperation in Wirtschaftsfragen. In ihr koordinieren 19 führende Industrie- und Schwellenländer sowie die EU ihre Politik und vereinbaren gemeinsame Aktionen sowie grundlegende Prinzipien. Über Wirtschafts- und Finanzfragen hinaus entwickelt sich die G20 zunehmend zum zentralen Forum für globale Ordnungspolitik. Die G20-Mitglieder vereinen gut 85 Prozent der Weltwirtschaftsleistung, mehr als 80 Prozent der globalen Waren- und Dienstleistungsexporte sowie zwei Drittel der Weltbevölkerung auf sich.

Über die B20

Die B20 ist ein integraler Teil des G20-Prozesses und vertritt in diesem die G20-Wirtschaft. Aufgabe der B20 ist es, die G20 durch konkrete Handlungsempfehlungen, konsolidierte Interessenvertretung und Expertise zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die B20 den Dialog von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf internationaler Ebene. In der B20 erarbeiten Wirtschaftsvertreter aus der G20 gemeinsame Empfehlungen und spezifische Handlungsvorschläge, welche die Bandbreite der G20-Agenda abdecken. Zudem finden B20-Veranstaltungen sowie ein Austausch mit Regierungen und anderen Stakeholdern des G20-Prozesses statt. Wie die G20-Präsidentschaft ist auch die B20-Präsidentschaft ein ganzjähriges Projekt und rotiert im Jahresrhythmus. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft - BDI, DIHK und BDA - haben am 4. September 2016 für ein Jahr die B20-Präsidentschaft übernommen. Vorsitzender der B20 ist Dr. Jürgen Heraeus.

Weitere Informationen über die B20 finden Sie hier:

B20-Factsheet https://www.b20germany.org/fileadmin/user_upload/documents/B20/B20-Factsheet.pdf

B20 Germany Website

https://www.b20germany.org/

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