BDI Bundesverband der Dt. Industrie

BDI: Mit gedämpftem Schwung ins Jahr 2001, aber kein Grund für Konjunkturpessimismus

    Berlin (ots) - "Der Konjunkturaufschwung in Deutschland stockt.
Die Stimmungslage in den Unternehmen hat sich merklich abgekühlt.
Zwar werden die deutschen Exporte im laufenden Jahr an Schwung
verlieren, doch gibt es keinen Grund für Konjunkturpessimismus. Die
Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Europa ist robust genug,
begrenzte Schocks ohne große Blessuren zu verkraften." Darauf verwies
der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in seinem neuesten
Konjunktur-Report. Die derzeitige Wachstumsdelle könne bereits im
späten Jahresverlauf überwunden werden. Die Industrie werde auch im
laufenden Jahr, zusammen mit dem Dienstleistungssektor, Motor der
konjunkturellen Entwicklung in Deutschland sein. Mit dem üppigen
Auftragspolster und den stark ausgelasteten Kapazitäten in
zahlreichen Industriebranchen verbinde sich die Erwartung, dass die
aufwärtsgerichtete gesamtwirtschaftliche Produktion weiter
fortgesetzt werde. Der BDI rechne für 2001 mit einem realen
Wirtschaftswachstum von 2 1/2 bis 2 3/4 Prozent. Damit gehöre
Deutschland allerdings immer noch zu den "Schlusslichtern" des
Konjunkturzuges in Europa.
      
    Zugleich nähmen die Ungleichgewichte am deutschen Arbeitsmarkt
weiter zu, so der Industrieverband. Immer mehr Unternehmen klagten
über akuten Fachkräftemangel und die damit verbundenen Behinderungen
ihrer Geschäftstätigkeit. Die dafür verantwortlichen bildungs- und
ausbildungspolitischen Versäumnisse müssten dringend überwunden
werden. Hierzu seien die Anreizstrukturen zu verbessern, um das
vorhandene Qualifikationspotential am Arbeitsmarkt ausschöpfen zu
können. "Das üppig sprießende Regulierungsdickicht muss konsequent
zurückgeschnitten werden. Andernfalls ist der Kampf gegen die
unverändert zu hohe Arbeitslosigkeit nicht zu gewinnen." Leider setze
die Bundesregierung mit der geplanten Verschärfung der Mitbestimmung,
dem Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit und den Einschränkungen bei
befristeten Beschäftigungsverhältnissen eindeutig falsche Signale an
die Wirtschaft.
      
    Nicht nur hier bleibe die Politik weit hinter ihren Möglichkeiten
und Erfordernissen zurück. Die Steuerreform allein reiche nicht aus,
jetzt müsse endlich das Versprechen wahr gemacht werden, die
Lohnzusatzkosten auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu
senken. Dabei führe ein bloßer "Verschiebebahnhof" zwischen
Sozialversicherungsbeiträgen und Ökosteuer nicht weiter. Zudem sei
die aktuelle Rentenreform trotz mancher positiver Elemente angesichts
der drückenden demografischen Lasten eindeutig zu defensiv. Der Abbau
des wachstumshemmenden Reformstaus habe für die Überwindung der
aktuellen Konjunkturdelle eine enorm wichtige psychologische
Signalwirkung.

    
ots Originaltext: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
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