BDI Bundesverband der Dt. Industrie

BDI: Wasserstraßen brauchen Zukunft

    Berlin (ots) - Große Gefahren für die weitere Entwicklung der
Binnenschifffahrt in Deutschland sieht der Bundesverband der
Deutschen Industrie (BDI). Experten, die im
Binnenschifffahrtsausschuss des Spitzenverbandes zusammenarbeiten,
trafen sich in dieser Woche in Berlin zum Erfahrungsaustausch. Die
Förderung nachhaltiger Logistikprozesse durch partnerschaftliche
Zusammenarbeit zwischen Industrie und Binnenschifffahrt stand dabei
im Zentrum der Diskussion. Grund für die Besorgnis der Industrie sind
die anhaltenden Kürzungen der Investitionsmittel für die
Wasserstraßen im Verkehrshaushalt des Bundes. Erst jetzt habe die
Bundesregierung wieder 60 Mio. DM von dem ohnehin schon stark
geschrumpften Etat weggestrichen. Die Folge dieser Politik seien
massive zeitliche Verzögerungen bei der dringend notwendigen
Substanzsicherung vieler Wasserwege sowie bei der Realisierung neuer
Ausbauvorhaben. Selbst dem vorrangigen Verkehrsprojekt Deutsche
Einheit Nr. 17, das Berlin mit dem westdeutschen Wasserstraßennetz
leistungsfähig verbinden soll, drohten in wesentlichen Teilen
Verzögerungen um Jahre. Nicht wenige Kanäle könnten nicht mehr mit
voll beladenen Schiffen befahren werden. Dies verschlechtere die
Kostensituation der Binnenschifffahrt und die Möglichkeiten ihres
effizienten Einsatzes. Vielen Unternehmen dieser Branche drohe so der
wirtschaftliche Ruin.
    
    Von der Vision einer engen Vernetzung der Binnenschifffahrt mit
Schiene und Straße habe sich die amtliche Verkehrspolitik inzwischen
meilenweit entfernt, erklärte der industrielle Spitzenverband.
Postulate, die Wirtschaft solle Transporte von der Straße auf das
Schiff verlagern, seien vor diesem Hintergrund das Papier nicht wert,
auf dem sie gedruckt werden. Es sei höchste Zeit, den Kurs auf
Fortschritt anzulegen. Chancen dazu eröffnete der Vorschlag der
Regierungskommission "Verkehrsinfrastrukturfinanzierung", den Bau der
Bundeswasserstraßen neu zu organisieren und dabei den
gesamtwirtschaftlichen Nutzen leistungsfähiger Schifffahrtswege
angemessen zu berücksichtigen. Eine Senkung der überhöhten
staatlichen Abgaben für die Befahrung der öffentlichen Wasserstraßen
sei dabei zwingend, unterstreicht der BDI.
    
    
ots Originaltext: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
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