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90,3 exklusiv: Laut Arzneiverordnungsreport Milliarden-Einsparungen bei Medikamenten möglich

Hamburg (ots) - Die deutschen Ärzte sind Weltmeister im Verordnen von Generika (Nachahmerpräparaten). In 71 Prozent der Fälle wird - wenn möglich - ein solches Medikament verordnet. Dies geht aus dem bisher unveröffentlichten Arzneiverordnungsreport (herausgegeben von der Gruppe der führenden deutschen Pharmakologen) hervor. Durch ein noch stärkeres Verordnen dieser Präparate könnten jährlich weitere drei Milliarden Mark gespart werden, so Informationen, die der NDR Hamburg-Welle 90,3 exklusiv vorliegen. Weitere zwei Milliarden Mark könnten laut Arzneiverordnungsreport durch ein häufigeres Verschreiben der so genannten Me-Too Medikamente (Analogpräparate) gespart werden. Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr Medikamente im Wert von 38 Milliarden Mark verschrieben. Doch insgesamt werden die Ausgaben für Arzneimittel wahrscheinlich bundesweit steigen, wie aus den der NDR Hamburg-Welle 90,3 vorliegenden vertraulichen Informationen hervorgeht. Allein für die bessere Versorgung von Rheumatikern entstehen voraussichtlich 2,5 Milliarden Mark Mehr-Ausgaben - wenn die Patienten die neuen, deutlich nebenwirkungsärmeren Medikamente bekommen. Die Arzneimittelkosten für Krebs- und AIDS-Kranke sowie für Menschen mit Multipler Sklerose werden schon in absehbarer Zeit um bis zu 15 Prozent steigen. Noch stärker ist die Kostenexplosion bei medikamentösen Behandlungen nach Transplantationen. Um die Immunsupression zu verringern, die Abwehrreaktion des Körpers auf das neue Organ, müssen im Schnitt pro Patient im Jahr 32.000 Mark bezahlt werden. Das ist eine Verdopplung der Kosten innerhalb von wenigen Jahren. Richtig teuer ist auch die Behandlung von Hepatitis B und C - rund vier Milliarden Mark müssen hierfür jährlich ausgegeben werden. Laut Arzneiverordnungs-Report könnten bei den so genannten umstrittenen Arzneimitteln, z.B. Venensalben und den Phytopharmaka (Medikamente, die auf pflanzlicher Basis hergestellt werden), bis zu drei Milliarden Mark jährlich gespart werden. ots Originaltext: NDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Iris Bents NDR-Pressestelle Rothenbaumchaussee 132 20149 Hamburg Tel.: 040/4156-2304 Fax: 040/4156-2199 E-Mail: i.bents@ndr.de Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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