Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU)

Start des VKU-Netzforums in Potsdam
Deutliche Kritik des VKU an Plänen zur Anreizregulierung

Start des VKU-Netzforums in Potsdam / Deutliche Kritik des VKU an Plänen zur Anreizregulierung
Durch den stetigen Zubau bei den erneuerbaren Energien, die im Wesentlichen an die Verteilnetze angeschlossen werden, muss auch die Netzinfrastruktur an die zunehmend volatilen Erzeugung grundlegend angepasst und umgestaltet werden. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/6556 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle ...

Berlin (ots) - Heute beginnt in Potsdam das zweite Netzforum 2015 des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), bei dem es um die zentrale Rolle der Verteilnetze beim erfolgreichen Umbau des Energiesystems gehen wird. VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck: "Die Verteilnetzbetreiber stehen aktuell vor besonderen Herausforderungen, die für das Gelingen der Energiewende von höchster Relevanz sind." Durch den stetigen Zubau bei den erneuerbaren Energien, die im Wesentlichen an die Verteilnetze angeschlossen werden, müsse auch die Netzinfrastruktur an die zunehmend volatilen Erzeugung grundlegend angepasst und umgestaltet werden. Zudem sollen die Netze in Zukunft smarter und interdependenter werden. Außerdem stünden viele Netzbetreiber vor Ausweitungen der Ersatzinvestitionen aufgrund der bestehenden Altersstruktur. Die anstehenden Weichenstellungen sind für die zukünftige Entwicklung der deutschen Energiewirtschaft und für das Gelingen der Energiewende von entscheidender Bedeutung.

An eineinhalb Tagen diskutieren in Potsdam Entscheider aus Stadtwerken mit den Verantwortlichen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnetzagentur und auch dem Deutschen Bundestag geeignete Lösungsstrategien, um diesen Herausforderungen angemessen und zielgerichtet begegnen zu können. Der VKU kritisiert, dass derzeit an zu vielen Stellen an Einzellösungen im kleinen Detail gearbeitet wird und dabei zunehmend der Blick auf das Gesamtsystem "Energiewirtschaft" verloren geht. Im Mittelpunkt der Tagung soll deshalb die Frage stehen, wie man in den unterschiedlichen Bereichen etwa des Smart Meter Roll Outs, in Kooperationen oder Marktraumumstellungen sowie auf den verschiedenen legislativen Ebenen der europäischen und nationalen Energiepolitik wieder zu einer systemischen Betrachtungen der "Aufgabe" Energiewende kommen kann.

Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung den Aus- und Umbau der Verteilernetze in ihrem Koalitionsvertrag zum Rückgrat der Energiewende erklärt hatte, haben die Stadtwerke große Erwartungen an die Vorschläge des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Anpassung des Regulierungsrahmens geknüpft. Das BMWi hat dazu am 16. März 2015 das Eckpunktepapier (EP) "Moderner Regulierungsrahmen für moderne Verteilernetze" veröffentlicht. "Die vom BMWi formulierten Vorschläge sind mehr als enttäuschend. Der notwendige strukturelle Umbau der Verteilnetze durch eine stärkere Verknüpfung der klassischen Versorgungsinfrastruktur mit Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zu intelligenten Netzen bliebe - sollten die Vorschläge so umgesetzt werden - weitestgehend auf der Strecke. Auch sind die Vorschläge zur Beseitigung des seit Jahren bestehenden Zeitverzuges von Investitionen nicht geeignet, um die Situation nachhaltig zu verbessern", so Reck. "Nicht akzeptabel ist darüber hinaus, dass durch die Verschärfungen für kleinere Verteilnetzbetreiber der offensichtliche Versuch unternommen wird, durch Regulierungspolitik auch Strukturpolitik zu Lasten von kommunalen Unternehmen zu machen", betont Reck.

Reck: "Um die erneuerbaren Energien volkswirtschaftlich zu den geringsten Kosten in die Verteilnetze einspeisen zu können, ist ein zügiger und intelligenter Umbau dieser Netze mit moderner Regel-, Steuer- und Kommunikationstechnik dringend notwendig. Wenn nicht bald investitionsfördernde Entscheidungen getroffen werden, geht das zu Lasten der Versorgungssicherheit. Denn der Zustand der Netze verschlechtert sich zusehends und notwendige Investitionen in innovative Technik unterbleiben!"

Aus Sicht des VKU, Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft in Deutschland, treibt das BMWi durch diesen verordneten Attentismus die volkswirtschaftlichen Kosten der Energiewende unnötig und fahrlässig nach oben: Sogar die hauseigene Verteilernetzstudie aus dem Jahr 2014 kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Erneuerbaren Energien nur dann zu den volkswirtschaftlich geringsten Kosten in die Verteilnetze integriert werden können, wenn ein zügiger und intelligenter Umbau dieser Netze kurzfristig, das heißt, innerhalb der nächsten 10 Jahre, erfolgt.

Der VKU mahnt baldige gesetzliche Änderungen an, die insbesondere das zentrale Problem des Zeitverzugs beheben, um die Rahmenbedingungen für die Verteilernetzbetreiber in Deutschland zu verbessern. Aus dem Kreis der Landesregulierer liegt hierfür seit Langem unter dem Titel "Investitionskostendifferenz" ein pragmatischer Vorschlag vor, den der VKU nachdrücklich unterstützt.

Das Programm der Tagung finden Sie unter: http://vku-akademie.de/Veranstaltungen/event.php?vnr=d3-10c

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit über 245.000 Beschäftigten wurden 2012 Umsatzerlöse von mehr als 110 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 8,6 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 46 Prozent in der Strom-, 59 Prozent in der Erdgas-, 80 Prozent in der Trinkwasser-, 65 Prozent in der Wärmeversorgung und 26 Prozent in der Abwasserentsorgung. Sie entsorgen zudem jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 65 Prozent die höchste Recyclingquote unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erreicht. Aktuell engagieren sich rund 140 kommunale Unternehmen im Breitbandausbau. Bis 2018 planen sie Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro - damit können dann rund 6,3 Millionen Kunden die Breitbandinfrastruktur kommunaler Unternehmen nutzen.

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