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Neue Westfälische (Bielefeld): Die Weltbevölkerung wächst weiter Der Wahrheit stellen Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Erinnern Sie sich an 1999? Da gab es eine Meldung, von der wir nicht so recht wussten, ob wir sie feiern sollten oder uns von ihr in Panik versetzen lassen. Sie lautete: Auf der Erde leben sechs Milliarden Menschen. Die damit verbundene Frage war, ob der Planet für uns alle ausreichen würde. Ob es genug zu essen gibt. Genug bewohnbare Gebiete. Genug Wasser. Genug Rohstoffe. Viele waren skeptisch. Nun, heute leben laut Schätzungen 7,55 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Das Wachstum hat sich zwar verlangsamt, doch es geht offenbar unaufhaltsam weiter. Der Weg in eine Katastrophe? Zunächst einmal sind wir Menschen und als solche freuen wir uns über jedes neues Leben oder sollten das zumindest tun. Jedes Individuum ist einzigartig, jedes Individuum hat das Recht, auf unserer Erde zu leben. Egal, wie viele wir eines Tages sein werden. Doch natürlich macht sich die Weltgemeinschaft Gedanken darüber, wie sie mit einem Bevölkerungswachstum umgeht, dem keine Grenzen gesetzt sind. Sie hat versucht, es zu steuern. Denken Sie an die Chinesen mit ihrer Ein-Kind-Politik, die das einst menschenreichste Land inzwischen aufgegeben hat, weil sie eine ganze Generation zerrüttet. Auch die modernen Mittel der Verhütung tragen ihren Teil zu einem gebremsten Wachstum bei. Und offenbar auch der Wohlstand, denn in den ärmsten Ländern sind die Geburtenraten am höchsten. Letzten Endes aber müssen wir uns der Tatsache stellen, dass die Anzahl der Menschen zunimmt. Das Prinzip erinnert an die Diskussion um den Klimawandel. Da ist der Streit entbrannt, wo die Priorität liegen muss. Auf der Verhinderung des Klimawandels oder darauf, wie man damit umgeht, weil der Wandel auf absehbare Zeit nicht mehr aufzuhalten ist. Müssen wir den CO2-Ausstoß verringern oder lieber höhere Deiche bauen, damit der steigende Meeresspiegel unser Städte nicht überflutet? Die Lösung ist klar: Wir müssen beides zugleich tun. Wer bislang dachte, Klimaschutz allein werde ausreichen, muss sich der unbequemen Wahrheit stellen. Gleiches gilt für das Bevölkerungswachstum weltweit. Es auf ein verträgliches Maß einzubremsen ist eine Seite der Medaille. Die Frage, wie wir die bald acht Milliarden Kinder, Frauen und Männer versorgen und ein friedliches Zusammenleben ermöglichen, ist die andere. Und dieser Aufgabe sollte die Weltgemeinschaft mehr Bedeutung beimessen.

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