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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Rückkehr zu neun Jahren am Gymnasium Schulpolitische Vernunft Lothar Schmalen, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - Die Volksinitiative für die Rückkehr zu G 9 ist so gut wie am Ziel. Auch der Druck, den die Elterninitiative mit dem drohenden Volksbegehren in den vergangenen Monaten aufgebaut hat, dürfte die künftigen Düsseldorfer Koalitionäre angetrieben haben, bei ihrer G9-Entscheidung nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben. Neun Jahre Gymnasium bis zum Abitur als Regel und das "Turbo-Abitur" nach acht Jahren als Ausnahme - das ist ein Konzept, dem schulpolitische Vernunft bescheinigt werden kann. Gleichzeitig haben damit die früheren Verfechter der verkürzten Schulzeiten endgültig eingesehen, dass dies ein Irrweg war. Vor allem die Wirtschaft drängte zu Beginn dieses Jahrtausends darauf, die Schulzeiten in Deutschland, die im Vergleich zum europäischen Ausland überdurchschnittlich lang waren, zu kürzen. Von dieser Unterordnung der Pädagogik unter wirtschaftliche Gesichtspunkte rückt nun ausgerechnet die künftige, als besonders wirtschaftsfreundlich geltende schwarz-gelbe NRW-Landesregierung ab - und zwar deutlicher, als dies die bisherige grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann vorhatte. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang. Am Ende werden in weiten Teilen des Landes - vor allem im ländlichen Raum, wo nicht mehrere Gymnasien parallel existieren - nur noch G9-Schulen zu finden sein. Lediglich in Großstädten wird es weiter G8-Gymnasien geben. Mit dieser Einschätzung dürfte CDU-Chef Laschet richtig liegen. Was umso mehr dafür spricht, dass die Volksinitiative für die Rückkehr zur längeren Schulzeit ihr Ziel erreicht hat.

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