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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Zahl anonymer Bestattungen nimmt zu Wenn niemand mehr da ist Stefan Boes

Bielefeld (ots) - Dass nichts umsonst ist, nicht einmal der Tod, weil der das Leben kostet, stimmt, aber es stimmt nicht ganz. Denn der Tod kostet in Deutschland zusätzlich zum Lebensende mehrere Tausend Euro. Das gilt auch für neue Bestattungsformen etwa in einem Friedwald. Viele Menschen können sich das nicht leisten. Die soziale Ungleichheit manifestiert sich nicht nur in unterschiedlichen Lebenschancen, sondern auch in der (Un-)Möglichkeit, würdevoll von dieser Welt zu gehen. Doch das ist nicht das einzige Problem: Wir leben in einer Zeit, in der so viel kommuniziert wird wie nie zuvor, in der wir mit so vielen Menschen in Kontakt treten wie das keine Gesellschaft vor uns tat. Wir pflegen Freund- und Bekanntschaften, oft mit digitaler Hilfe, bauen Netzwerke aus, lernen Menschen aus aller Welt kennen. Doch die wichtigste und stärkste Gemeinschaft verliert an Kraft: die Familie. Mehr Menschen leben alleine, zurückgezogen. Sie sterben nicht selten unbemerkt, bis irgendwann der Paketbote etwas merkt und die Behörden verständigt. Unsere Gesellschaft ist auf die Entwertung der Familie nicht vorbereitet. Dass immer häufiger Menschen, die alleine leben und sterben, anonym beigesetzt werden, ist ein Beleg dafür.

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