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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bombenanschläge Dresden ist ein Schmelztiegel Christine Keilholz, Dresden

Bielefeld (ots) - Ob die beiden Bomben vom Montag durchgeknallte Islam-Feinde gelegt haben oder ein Trupp Neonazis - sie haben schon mal eines erreicht: Sie bestimmen mal wieder das Bild. Was ist schiefgelaufen? Ja, Sachsen wird seit 1990 ununterbrochen von der CDU regiert. Ja, deren Amtsträger haben sich lange lieber in blühenden Landschaften gewälzt, als in dunkle Ecken zu gucken. Ja, Landesvater Kurt Biedenkopf hat vor vielen Jahren mal gesagt, die Sachsen seien "immun gegen Rechtsextremismus", was nicht stimmte. Ja, nicht wenige Ostdeutsche sehen Reisefreiheit lieber als ihr Recht, nach Teneriffa zu fliegen, als das Recht anderer zu kommen. Doch wie sich das am besten ändern lässt, zeigt Dresden auch. Die Stadt ist ein Schmelztiegel, eine der pulsierenden Metropolen der Republik. Dresden wächst. Da leben Jung-Wissenschaftler aus Australien, Studentinnen aus Bielefeld, Spitzenmusiker von sonstwoher, die südkoreanische Gattin des Oberbürgermeisters - und um die 4.000 Muslime. Zu ihnen bekennt sich jetzt auch der Ministerpräsident, der vor zwei Jahren sagte, der Islam gehöre nicht zu Sachsen. Einheit braucht eben Zeit.

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