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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: "Bonner Generation" im Bundestag Trotzdem die Stimme erheben Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Sie wird kleiner, Wahl um Wahl. Die Generation der Bundestagsabgeordneten, die als Bonner Generation bezeichnet werden. Sie verlassen nach und nach aus Altersgründen das Parlament. Was soll's, könnte man sagen, die Bonner Zeit liegt mehr als 25 Jahre zurück. Irgendwann müssen Jüngere nachrücken. Neue Gesichter, die nicht geprägt sind vom Weltbild der Ost-West-Teilung, vom Kaltem Krieg, von Kanzlern, die alle Helmut heißen, und von analoger Technik. Doch die Ankündigung von CDU-Querdenker Wolfgang Bosbach, 2017 nicht mehr zu kandidieren, hat einen Beigeschmack. Bosbach sagt, er habe das Gefühl, für seine Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin in die rechte Ecke gestellt zu werden. Man könnte auch sagen: Bosbach gehört zu den Konservativen in der CDU, und die sind derzeit nicht gefragt. Zumindest haben sie das Gefühl, dass sie es nicht sind. Und wer den linken Flügel der SPD fragt, wird wohl eine ähnliche Antwort erhalten. Wenn von der Bonner Generation die Rede ist, geht es vor allem um Traditionen der politischen Lager. Um eine Union der konservativ-christlichen Werte, um eine SPD als Arbeiterpartei, um Grüne mit kompromissloser Umweltpolitik. Der Dramatiker George Bernard Shaw hat gesagt: "Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg." Wenn die Parteien ihre Herkunft als Wegweiser verstehen, dann ist der Abschied der Bonner ein Verlust. So sehr eine Neuorientierung an der Welt des 21. Jahrhunderts in der Politik notwendig ist - es schadet nie, sich darauf zurückzubesinnen, wo man herkommt. Als Land, als Partei, als Bürger. Deshalb sei die Bonner Generation hier aufgefordert, weiterhin ihre Stimme zu erheben. Auch ohne Mandat.

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