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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Neuauswertung des Pflege-TÜV Defizite bleiben Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld (ots) - Minimaler Ertrag bei maximalem Aufwand. So lässt sich der Nutzen des als Pflege-TÜV bekannten Notensystems beschreiben, das seit 2009 das Leben von Altenpflegern erschwert und Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in dem Glauben lässt, dass ein Großteil der 24.000 deutschen Altenheime und Pflegedienste sehr gute Arbeit leistet. Mittlerweile ist zwar auch den mit Bestnoten abschneidenden Heimen und Diensten klar, dass der Pflege-TÜV mehr Verwirrung stiftet, als Durchblick zu schaffen. Doch in den nächsten Jahren wird sich daran nichts ändern. Denn die Bundesregierung hat die Novellierung des Pflegenotensystems erst für das Jahr 2019 angekündigt. Bis dahin müssen Betroffene weiter auf Orientierungshilfen verzichten. Daran ändert leider auch der Versuch der Bertelsmann-Stiftung nichts, Transparenz in das System der Pflegenoten zu bringen, in dem sie die Daten des Pflege-TÜV auf dem Vergleichsportal www-weisse-liste.de neu auswerten. Altenheime und Pflegedienste können Defizite in der Pflege dank der Abschaffung der Durchschnittswerte nun nicht mehr mit den sogenannten weichen Faktoren wie Ausstattung oder Unterhaltung ausgleichen. Die Stiftung erleichtert Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen damit zwar den Blick auf das Wesentliche. Doch die Mängel des Systems bleiben bestehen. Nach wie vor bewertet der medizinische Dienst der Krankenkassen nicht direkt die Qualität der Pflege, sondern die Qualität der Dokumentation. Die Bundesregierung muss deshalb alles daran setzen, Instrumente zur Bewertung der Pflege zu entwickeln, auf die sich Betroffene verlassen können.

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