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Neue Westfälische (Bielefeld): Mehr als 4.000 Behandlungsfehler in Deutschland Fragen Sie nach! Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Westfalens Ärztekammerpräsident Theodor Windhorst sagt: "Jeder Fehler eines Arztes ist einer zu viel." Punkt. Dem ist zunächst nichts hinzuzufügen. 4.064 Behandlungsfehler meldet nun der Medizinische Dienst der Krankenkassen für 2015. Nimmt man Beschwerdestellen der Ärzteschaft hinzu, sind es rund 6.200. Und die Dunkelziffer vermag ohnehin niemand zu bemessen. Grund zur Panik und zur Aufregung? Nein. So dramatisch der einzelne Fall für die Betroffenen ist, denen jede Hilfe zukommen muss - gemessen an der Zahl der Behandlungen pro Jahr zeugt die Zahl der Fehler von hoher Qualität im Gesundheitssystem. 2014 wurden Patienten mehr als 19 Millionen Mal in Kliniken und 688 Millionen Mal ambulant behandelt. So ist es auch nicht die Zahl an sich, um die es in der Debatte gehen muss. Wichtiger ist die Frage, wie solche Fehler künftig zu minimieren sind. Die Medizin hat längst erkannt, dass auch ihr ein gesundes Maß an Systematik hilft. Das fängt mit Checklisten bei Diagnose und Behandlung an, reicht über standardisierte Abläufe, die per Richtlinien festgelegt werden, bis hin zum Recht auf Zweitmeinung für den Patienten. Hinzu muss eine Kultur des Mutes kommen dürfen. Ärzte, die Fehler eingestehen, dürfen nicht allein durch diese Tatsache schon in ihren Kreisen gebrandmarkt werden, weil sie eine vermeintlich schützende Mauer des Schweigens durchbrochen haben. Und Sie als Patienten sind auch gefordert. Trauen Sie sich, den Arzt anzusprechen, wenn Sie befürchten, dass er eine falsche Diagnose stellt oder die falsche Therapie verordnet. Ihre Nachfrage muss er aushalten. In Ihrem und in seinem Sinne.

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