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Neue Westfälische (Bielefeld): Die Rente steigt Nachricht mit Zukunftsproblemen Carsten Heil

Bielefeld (ots) - Diese gute Nachricht hat mehrere Haken. Wenn die Renten in Westdeutschland in diesem Jahr um 4,25 Prozent steigen und damit so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr, können sich die Rentner freuen. Bei einer Durchschnittsrente des Jahres 2015 von 1.176 Euro im Monat sind das dann zwar nur knapp 50 Euro. Aber bei einer Inflation nahe null Prozent ist das im Vergleich zu den Vorjahren schon sehr gut. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Durchschnittswerte vor allem jene vernachlässigen, die deutlich weniger haben als dieser errechnete Durchschnitt. Es gibt in Deutschland alte Menschen, die nur mit Mühe über die Runden kommen. Das ist der erste Haken. Dennoch gilt: Keiner Rentnergeneration geht es so gut wie der heutigen. Die vorherigen Generationen hatten im Vergleich zur Kaufkraft deutlich weniger Mittel zur Verfügung. Die kommenden Generationen werden ihre Not haben. Das ist der zweite Haken der guten Nachricht. Wer von den heute 20- bis 45-Jährigen nicht massiv für das eigene Alter privat vorsorgt, wird mit Altersarmut zu kämpfen haben. Dabei wird es immer schwerer, Geld zurückzulegen. Die Nullzinsen zehren Rücklagen auf, Sparen für die Rente wird schwieriger. Gleichzeitig geraten Lebenswege häufiger etwas verschlungener als früher. Ehescheidungen, Phasen von Arbeitslosigkeit und geringeren Einkommen, Zeiten der Kindererziehung dezimieren Rentenansprüche. Der dritte Haken besteht folglich darin, dass immer weniger Arbeitnehmer lückenlos über 45 Beitragsjahre werden aufweisen können. Das Rentenniveau wird deutlich sinken. An dieser Stelle ist der Gesetzgeber gefragt, gegenzusteuern.

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