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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Paderborner Urteil Angemessene Milde CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Zwei Polizisten sind tot, umgekommen auf der A 44 bei Paderborn, als mitten in der Nacht ein Lkw auf ihr gut beleuchtetes Dienstfahrzeug prallte. Im Dienst der Sicherheit und für das Leben anderer Verkehrsteilnehmer haben sie ihr Leben verloren. Der Lkw-Fahrer hat einen schrecklichen Fehler gemacht. Er saß zu lange am Steuer und hatte am Vortag Schmerzmittel eingenommen. Diesen Fall hatte das Landgericht Paderborn zu verhandeln. Es verurteilte den Lkw-Fahrer zwar wegen fahrlässiger Tötung, bestrafte ihn aber mit zwei Jahren auf Bewährung milde. Das ganz normale Leben mündet plötzlich in absoluten Wahnsinn, in Trauer und Schmerz, in Hilflosigkeit und Wut. Jeder Verkehrsteilnehmer, besonders ein Autofahrer, kann von einer Sekunde auf die nächste zum Täter werden. Und jeder verantwortungsbewusste Fahrer denkt auch immer wieder an diesen Schrecken, bevor er die Fahrt antritt. Das milde Urteil ist angemessen. Der Lkw-Fahrer ist gestraft genug, er hat um Entschuldigung gebeten, hat seinen Fehler eingestanden. Er wird sein Lebtag darunter leiden, zumal er sich als Familienvater besonders vorstellen kann, was der Verlust eines geliebten Menschen bedeutet. Er ist kein rücksichtsloser Raser. Eine härtere Strafe nützte in diesem Fall niemandem. Den Opfern und ihren Angehörigen, denen alles Mitgefühl gilt, nicht und auch nicht dem Staat. Haft würde eventuell noch eine weitere Familie zerstören. Es geht weder um Genugtuung noch um Besserung oder Einsicht in falsches Verhalten. Es bleibt nur Trauer.

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