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Neue Westfälische (Bielefeld): Enorme Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein Ungeübte Revolverhelden Melanie Wigger

Bielefeld (ots) - Wer mindestens 18 Jahre alt, nicht vorbestraft und fit ist, kann ihn bekommen: den Kleinen Waffenschein. Und damit darf zumindest theoretisch ein großer Teil der Bevölkerung Revolverheld spielen - wenn auch nur mit Gas- oder Schreckschusspistole. Von diesem Recht machen seit Jahresbeginn gravierend mehr Ostwestfalen Gebrauch, offenbar aus einem Gefühl der Bedrohung heraus. In der Region laufen Hunderte von Anträgen bei den Behörden ein. Erschreckend, denn die vermeintliche Sicherheit trügt. Selbst harmlos wirkende Abwehrsprays für die Jackentasche können gefährlich werden: Es muss nur der Wind aus der falschen Richtung wehen und schon setzt sich das Opfer selbst außer Gefecht. Sogar Profis wie Polizisten haben das jüngst am eigenen Leib erfahren, als sie Pfefferspray bei Tumulten nach einem Bundesligaspiel einsetzen. Ergebnis: 21 Einsatzkräfte verletzten sich damit selbst. Neben den unzähligen Sprays in ungeübten Händen kommen nun nach den Angaben eines Bielefelder Waffenhändlers vermehrt Gas-pistolen hinzu. Keine tödlichen Waffen, der falsche Gebrauch kann aber das Augenlicht kosten. Die Polizei informiert so gut sie kann - doch die Meinungen der Antragsteller sind in der Regel längst gefestigt, sagt der Gütersloher Leiter der Waffenbehörde. Ein Anstieg der Waffenscheine, mehr Waffenverkäufe und im nächsten Schritt: tragische Unfälle. Den Waffenkäufern geht es um Sicherheit, aber das Gegenteil ist der Fall: Ungeübte Revolverhelden werden zur unberechenbaren Gefahr.

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