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Neue Westfälische (Bielefeld): "Blitz-Marathon" in Nordrhein-Westfalen Effizientere Methoden FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Bielefeld (ots) - Terrorgefahr, Wohnungseinbrüche, Flüchtlingsregistrierung, dazu jedes Wochenende irgendwelche vermeintlichen Fußballfans, die zwischen Bahnhöfen und Stadien zu einem Haufen asozialer Krawallbrüder degenerieren - welcher Beamte soll sich da noch den medienwirksamen Kampagnen des nordrhein-westfälischen Innenministers widmen? Die Belastung der Polizei ist das erste Argument gegen den sogenannten Blitz-Marathon der rot-grünen Landesregierung - zumindest im Düsseldorfer Landtag. Die Polizeigewerkschaft in NRW überlässt die klare Kante lieber anderen, indem sie nur vorsichtig feststellt, dass die Aktion "gelegentlich kritisch hinterfragt" werde. Indes versucht Innenminister Ralf Jäger, den Menschen zwischen Weser und Rhein ein Gefühl von Kontrolle und Geborgenheit zu vermitteln. Eben darauf legt es der SPD-Politiker seit Amtsantritt an; gerne zeigt er sich als Mann von Recht und Ordnung. Es soll ein Bild entstehen, in dem einer rigoros durchgreift, nicht lange fackelt und mit breiter Front gegen den "Killer Nummer 1" auf den Straßen, die unsägliche Raserei, vorgeht. So entstanden bereits einige andere Veranstaltungen wie "Riegel vor" gegen Einbrecher. An anderer Stelle verspricht Jäger, den "braunen Sumpf" trockenzulegen, wenn er es mit Neonazis aufnimmt und ihnen wortgewaltig "auf die Springerstiefel" steigt. Eingängigkeit gehört zu seinem Handwerkszeug, und es ist ärgerlich für die Innenpolitiker der oppositionellen Fraktionen, dass hinter den mitunter populistischen Rufen der eine oder andere Erfolg steckt. Der Blitz-Marathon kann so sinnlos nicht sein, wenn sich die Idee längst über Landes- und sogar Bundesgrenzen ausgeweitet hat: Von Finnland bis Zypern schlossen sich der vorigen Version 22 Staaten an. Der Verkehrsexperte der regierungstragenden Grünen-Fraktion, Arndt Klocke, hat ja recht, wenn er sagt, dass die Gefahren durch zu schnelles Fahren mit der Veranstaltung "stärker in das Bewusstsein von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern" rücken. Es haben einfach noch immer zu wenig Menschen begriffen, wie hoch das Risiko durch einen egoistischen Fahrstil auf den Straßen ist. Über die Kampagne hinaus sollte die Landesregierung weiter nach Möglichkeiten suchen, um die Unfallzahlen am Ende tatsächlich zu verringern - und vielleicht mal über effizientere Methoden nachdenken.

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