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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Eon lagert Atomkraftwerke nicht aus Primat der Politik Sigrun Müller-Gerbes

Bielefeld (ots) - Das wäre ja auch noch schöner: Eon strukturiert den Konzern neu und wird so im Handstreich die Verantwortung los für die Altlasten der Atomindustrie, einer Technik, an der der Konzern über viele Jahre Milliarden verdient hat? Der Plan von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, dieser empörenden Strategie gesetzlich den Riegel vorzuschieben, ist aufgegangen. Eon bleibt mit dem geplanten Gesetz dauerhaft in der Haftung für den Rückbau der Kraftwerke und die Endlagerung des strahlenden Mülls. Weil die Auslagerung damit keinen Sinn mehr macht, rudert der Konzern nun zurück. Damit ist Deutschland der Lösung des drängenden Atommüll-Problems zwar keinen Schritt näher gekommen - die Politik hat aber immerhin klar gestellt, dass sie in dieser Frage weiter das Primat beansprucht. Der Blick über die Grenzen allerdings liefert in Sachen Atomkraft wenig Grund zur Freude: In Japan ist der erste Reaktor nach der Katastrophe in Fukushima, die die deutsche Atomwende erst ausgelöst hatte, gerade ans Netz gegangen. Und die Nuklear-Industrie weltweit strotzt vor Optimismus: Innerhalb der nächsten 20 Jahre werde die Atomstrom-Produktion um 50 Prozent steigen, heißt es von dort. Nach globaler Lernfähigkeit klingt das nicht.

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