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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Flüchtlingszahlen in NRW steigen weiter Herausforderungen nehmen zu MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Diese Zahl ist immens: Rund 100.000 Flüchtlinge werden im Laufe dieses Jahres nach Nordrhein-Westfalen kommen, um hier Schutz zu suchen. Das sind etwa so viele, wie die Städte Siegen, Hildesheim oder Moers jeweils an Einwohnern haben. Allein daran lässt sich erkennen: Das Flüchtlingsthema wird eine der ganz großen Herausforderungen an unser Gemeinwesen in diesem und mit ziemlicher Sicherheit auch im kommenden Jahr sein. Darüber, ob diese Entwicklung in ihrer Dynamik zu erwarten war, bedarf keines länger andauernden Streits. In der vergangenen Woche haben wir bei hochsommerlichen Temperaturen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Bielefeld und Dortmund gesehen, wie schnell sich die Lage zu einem akuten humanitären Problem auswachsen kann. Es geht um Menschen, die sich zunächst einmal unserer Gesellschaft anvertraut haben, egal, ob das Gesetz ihnen ein längerfristiges Bleiberecht zubilligt oder nicht. Bund, Länder und Kommunen stehen hier vor organisatorischen und finanziellen Problemen, die es in diesem Umfang seit Jahren nicht mehr gab. Das Grundgesetz verpflichtet unser Gemeinwesen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Es gibt zum Glück auch niemanden auf den drei genannten Ebenen, der diese Verantwortung grundsätzlich von sich weist. Doch das Flüchtlingsthema macht nicht bei der reinen humanitären Ersthilfe halt. Bei denjenigen, die nach geltendem Recht ein längeres Bleiberecht in Deutschland haben, muss es auch darum gehen, ihnen eine möglichst reibungslose Eingliederung in die Gesellschaft und auch die Arbeitswelt zu ermöglichen. Das ist wichtig, um den betroffenen Flüchtlingen zu Selbstachtung und Eigenständigkeit in unserer Gesellschaft zu verhelfen, ihnen die Chance zu geben, ihren Beitrag zum deutschen Inlandsprodukt zu leisten. Diese Herausforderung ist mindestens so groß wie die durch die aktuell steigenden Flüchtlingszahlen. Bei allen Schwierigkeiten macht eines Mut: Eine Mehrheit der Deutschen macht sich laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage keine Sorgen über den wachsenden Flüchtlingsstrom. Sorgen wir alle dafür, dass die Stimmung nicht kippt.

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