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Neue Westfälische (Bielefeld): Lambsdorff befürchtet zu große Zugeständnisse Merkels an Griechenland

Bielefeld (ots) - Der stellvertretende EU-Parlamentspräsident Alexander Graf Lambsdorff (FDP) rät davon ab, aus Stimmungen Politik machen zu wollen. Denn im Schuldenstreit mit Griechenland sei etwas ganz anderes wichtig als Frust und Enttäuschung, so der Freidemokrat im Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Dienstagsausgabe).

Entscheidend sei die Antwort auf Fragen wie: "Kann Griechenland am Ende des Monats seine Schulden beim Internationalen Währungsfonds zurückzahlen? Wird die Regierung edlich die Reformen durchführen, zu denen sie sich in Abkommen mit den Gläubigern bereits bekannt hat?"

Wenn Tsipras diese Fragen alle mit Nein beantworten wolle, "verlässt Griechenland von sich aus die Eurozone", so Lambsdorff. Das Schwierige an der Lage sei, so der FDP-Europapolitiker: "Niemand kann verlässlich beantworten, was Alexis Tsipras will und was er nicht will."Doch es bringe nichts auf "Kristallkugeln zu schauen", wichtiger seien die Fakten. Für den Freidemokraten Lambsdorff bleiben zwei Dinge unverhandelbar: Das Prinzip Hilfe gegen Reformen dürfe nicht ausgehebelt werden. Und der Internationale Währungsfonds (IWF) müsse an Bord bleiben, weil diese Institution den objektivsten Blick habe. Lambsdorff hegt aktuell die Befürchtung, dass die Große Koalition mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Spitze zu Zugeständnissen ohne Gegenleistung an Griechenlandbereit bereit sein könnte. Die Chefin des IWF, Christine Lagarde, habe sich zum Verhandlungsstand distanziert geäußert und durchblicken lassen, dass sie sich eventuell ausklinken wolle. "Aber wenn sich der IWF aus der Eurorettung verabschiedet, dann ist der Konsens, den es in Europa gab, zerbrochen" sagt der Freidemokrat.

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