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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Resistente Krankheitskeime Stall, Praxis und OP PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - So wie der Blick ins Gesetz bei der Rechtsfindung hilft, lohnt bei der Bewertung von Studien der Blick auf den Auftraggeber. Im vorliegenden Fall sind es die Grünen, die sich für ihre Arbeit als Opposition mit wissenschaftlichen Daten munitionieren wollen. So hat sich die Berliner Charité beeilt, sich von der Auftragsarbeit ihrer Oberärztin zu distanzieren. Dabei sind die Probleme, auf die die Untersuchung hinweist, tatsächlich vorhanden. "Viel hilft viel" soll ja die Formel sein, nach der Geflügel- oder Schweinemäster ihre Produkte vom Tierarzt mit Antibiotika versorgen lassen. Wenn 90 Prozent des Mastgeflügels und 77 Prozent der Mastschweine mit resistenten Keimen besetzt sind, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, betrachtet man amerikanische Chlorhähnchen mit anderen Augen. So einfach, wie die Formel unterstellt, sind die Zusammenhänge zwar nicht, aber die Art, wie industrielle Landwirtschaft Fleisch "produziert", kann den Appetit verderben. Doch die auch von manchen Ärzten noch immer zu leichtfertig verordneten Antibiotika spielen ihre Rolle beim Vordringen resistenter Keime. Stall, Praxis und OP müssen zusammen betrachtet werden. Erst dann gibt es Aussicht auf Abhilfe.

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