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Neue Westfälische (Bielefeld): Massenvernichtung von Armeniern Zu Ehren der Opfer MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Diese Diskussion muss auf das Volk der Armenier wirken wie ein zweites Martyrium, diesmal auf intellektueller Ebene. 100 Jahre nach dem Massaker an geschätzt mehr als einer Million Menschen auf dem Territorium des damaligen Osmanischen Reiches ist die Debatte darum erneut entbrannt, ob es sich bei diesen Gräueltaten um Völkermord gehandelt hat. Doch diese Debatte geht am eigentlichen Kern vorbei. Es geht vor allem darum, sich zu einer Verantwortung zu bekennen, die nicht zu leugnen ist. Dieser Tatsache muss sich auch der moderne türkische Staat als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches stellen. Alle ausweichenden Erklärungen der vergangenen Wochen sind ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Auch Deutschland hat sich mit der Armeniendebatte lange Zeit schwergetan. Hier hat Bundespräsident Gauck zu Recht den Mut gefunden, im Vorfeld der heutigen Bundestagssitzung zu diesem Thema klar Stellung zu beziehen. Er tat es Papst Franziskus gleich und bezeichnete die Massenvernichtung der Armenier als Völkermord. Zugleich räumte er eine deutsche Mitschuld an der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich durch das Militär der Kaiserzeit ein. Ein Bekenntnis, das nötig war. Aus Respekt und zur Ehre aller Opfer. Der Völkermord an den Armeniern muss für uns gleichfalls Mahnung dafür sein, dass auch religiöser Fanatismus in einem Blutbad enden kann.

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