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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar EU-Gipfel Enttäuschung für Putin Knut Pries, Brüssel

Bielefeld (ots) - Die Welt schaut auf diese Union, hatte die Kanzlerin vor dem Gipfel gesagt. Was also hat die Welt da zu sehen bekommen? Viel vom Üblichen: eine voluminöse Tagesordnung, Zänkereien, eine Nachtsitzung und Verlautbarungen, deren Sinn immer dunkler wird, je mehr Sitzungsteilnehmer ihn erläutern. So kann man es sehen und klagen, dass die Union dramatisch scheitert an ihren großen Aufgaben. Diese Bilanz wäre aber falsch. Man werfe den Blick auf diese EU versuchsweise durch die Brille von Herrn Putin und unterstelle dabei, der russische Präsident lauere auf Zwietracht unter den 28 EU-Staaten. Zwei Probleme sahen da vielversprechend aus: Was wird aus den Wirtschaftssanktionen gegen Russland? Und was wird aus Griechenland, wo eine neue Regierung angefeuert wird, sich aus der Disziplin des Währungsverbundes zu lösen? Putin wird enttäuscht sein. Die Sanktionen bleiben, obwohl zahlreiche EU-Länder lieber heute als morgen die Lockerung einleiten würden. Aber erst mal gilt, für den Beschluss wie für den bunten Haufen, der ihn fällte: Er steht. In Sachen Griechenland kann von Harmonie ebenfalls keine Rede sein. Alles kommt nun darauf an, ob Tsipras in Athen noch akzeptiert, was er in Brüssel akzeptiert hat. Aber wer darauf gesetzt hat, dass der Laden jetzt und hier auseinanderfliegt, liegt schief. Dieser EU-Gipfel hätte für Wladimir Putin besser laufen können.

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