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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Bürgermeister tritt nach Neonazi-Anfeindungen zurück Alleingelassen Johann Vollmer

Bielefeld (ots) - Es ist nicht zu fassen. In Deutschland sieht ein entkräfteter Bürgermeister seinen letzten Ausweg im Rücktritt, weil er sich den öffentlichen Pöbeleien, Anfeindungen und Bedrohungsszenarien durch Neonazis nicht mehr aussetzen will. Weil er es dulden musste, dass die braunen Kohorten vor seinem Wohnsitz aufmarschierten - unter dem Deckmäntelchen des Demonstrationsrechts. Dass Behörden ihre eigenen Staatsvertreter und deren Familien mit ihren Ängsten so alleinlassen, ist ein einziges Versagen. Es braucht kein falsches Pathos, um festzustellen: Hier ist die Demokratie konkret in Gefahr. Neonazis können sich noch so bürgerlich geben und den Weg über die Parlamente suchen. Am Ende funktioniert ihre Einschüchterung und ihr Machtanspruch noch immer - wie schon 1933 - über die Straße. Sie ist das Pflaster, auf dem NPD und Pegida den Eindruck einer einschüchternden Mehrheit erreichen wollen. Ihnen die Straße preiszugeben bedeutet aufzugeben.

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