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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Russland nach der Ermordung des Oppositionellen Nemzow Ein Land mit tiefen Gräben Matthias Bungeroth

Bielefeld (ots) - Die Ermordung des russischen Oppositionellen Boris Nemzow auf offener Straße in Moskau ist weiter ungeklärt. Ob die für die Tat im Schatten des Kremls Verantwortlichen je gefunden werden, ist mehr als fraglich. Doch hat die Tat Gräben in Politik und Gesellschaft des Riesenreiches offengelegt, deren Tiefe man bisher nur ahnen konnte. So sehen westliche Russlandkenner in dem Land ein Klima des Hasses aufkommen, etwa die langjährige Moskau-Korrespondentin der ARD, Ina Ruck. In der Tat ist es erschreckend, wenn sich Besucher der Trauerfeier für Nemzow als "Verräter" titulieren lassen müssen und von offenbar regierungstreuen Gruppen den Satz entgegengeschleudert bekommen: "Sie sind der Nächste!". Die Menschen in Moskau und anderen Teilen des Landes erfahren von diesen Dingen durch die regierungstreue Presse so gut wie nichts. Gleichzeitig gehen viele Kenner des Landes davon aus, dass die Bluttat zumindest nicht ohne Kenntnis der staatlichen Geheimdienste ausgeführt werden konnte. Sind es eher prowestliche Kräfte dort, die Putin politisch in Bedrängnis bringen wollen, weil sie das Land wieder näher am Westen positioniert sehen wollen? Eines scheint sicher: Putin wird alle Hebel in Bewegung setzen, um seine Machtposition zu wahren. Die mangelnde Stabilität Russlands in Zeiten der Ukrainekrise muss den Westen beunruhigen.

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