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Neue Westfälische (Bielefeld): Karnevalsumzug wegen Terrorgefahr abgesagt Nachdenklichkeit geht mit MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Es ist Rosenmontag, Zeit für ausgelassene Feiern in den Hochburgen des Karnevals. So werden sich auch in Ostwestfalen-Lippe Tausende Menschen am frühen Morgen auf den Höhepunkt der närrischen Session vorbereiten. Es werden Gesichter geschminkt und farbenfrohe Kostüme angezogen. Doch mitten hinein in diese Ausgelassenheit platzt diese Nachricht: Ein erster großer Karnevalsumzug mit erwarteten 250.000 Besuchern wurde abgesagt - wegen Terrorgefahr. Diese Nachricht macht kurzzeitig sprachlos. Denn wer, fragt sich jeder, ist willens und fähig, friedlich feiernde Narren mit Waffengewalt zu attackieren? Doch sieht man das Hasspotenzial der islamistischen Terrorszene, kann man durchaus nachvollziehen, dass die Sicherheitsbehörden in diesem Fall die Notbremse gezogen haben. Die Bedrohungslage für diese Großveranstaltung muss hinreichend konkret gewesen sein, um eine solche Entscheidung rechtfertigen zu können. Meinungs- und Pressefreiheit haben derzeit deshalb einen schweren Stand, weil sie im Fokus islamistisch-terroristischer Aktivitäten auf einer Stufe mit religiösen und weltanschaulichen Motiven stehen - und das zunehmend auch mitten in Europa. Insofern ist diese Absage folgerichtig. Doch sie kann und darf nicht den Stillstand des öffentlichen Lebens mit ihren vielfältigen Großveranstaltungen insgesamt bedeuten. Feiern muss auch am Rosenmontag 2015 erlaubt sein. Doch Aufmerksamkeit und Nachdenklichkeit dürfen bei den Umzügen nicht fehlen.

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