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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Gemeinden verteidigen Kirchenasyl Hilferuf Björn Prüßner

Bielefeld (ots) - Das Kirchenasyl eint die Christen wie lange nichts mehr. Erstaunlicherweise im Bestreben, Politikern mit langem Atem zu widersprechen, deren Partei das "C" im Namen trägt. Kein Christ kann vertreten, Flüchtlinge sehenden Auges Verfolgung und Tod auszuliefern. Denn nur um diese Fälle geht es beim Kirchenasyl. Umso mehr verwundert es, dass der bekennende Christ Thomas de Maizière diesen letzten Ausweg für Flüchtlinge "prinzipiell und fundamental" ablehnt. Seine Kirche kennt er offenbar schlecht. Dabei sollte seine Kritik selbst für Religionsferne wie Panikmache klingen. Immerhin sind es erst 360 Menschen, die das Kirchenasyl bundesweit in Anspruch nehmen. Aber nicht, dass sich noch herumspricht, wie die Kirche deutsches Recht umgeht, warnt der Minister. Da könnten ja mehr kommen. Und dann springt ausgerechnet der frühere bayerische Ministerpräsident Günter Beckstein, Mitglied des evangelischen Kirchenparlaments, zur Hilfe. Kirchenasyl dürfe kein Massenphänomen werden. Bis dahin ist es, mit Verlaub, noch weit. Vielleicht hört die christliche Union besser einmal auf das, was das Christentum als ihre Basis sagt. Denn das Kirchenasyl ist auch ein Hilferuf. Weil das deutsche Asylrecht dem Grundgesetz und der festgeschriebenen Schutzpflicht nicht mehr gerecht wird. Ändern kann das nicht die Kirche. Ändern muss das die Politik.

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