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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Mit Pegida reden Schweigen bringt nichts Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Sigmar Gabriel hat in Dresden mit Pegida-Anhängern geredet. Das ist gut so, denn es ist Aufgabe von demokratischen Politikern, die Sorgen von Bürgern ernst zu nehmen. Nicht der SPD-Chef hat hier ein Problem. Ein Problem haben diejenigen Spitzenkräfte in der SPD, die von einem Dialog mit Pegida abraten oder sogar Kontaktverbote für richtig halten. Natürlich muss man sich nicht mit einem der führenden Veranstalter wie Lutz Bachmann an einen Tisch setzen, der es witzig findet, auf Facebook als Hitler zu posieren. Aber unter den Tausenden von Pegida-Demonstranten sind keineswegs alle "Nazis in Nadelstreifen" oder "Rassisten", wie es seit Wochen markig aus Teilen der SPD tönt. Es hilft auch nicht weiter, die Pegida-Märsche dauernd als "widerlich" zu bezeichnen. Volksparteien sind keine geschlossenen Gesellschaften, die sich nur an gleichgesinnte Rechtgläubige zu richten haben. Wer als Politiker den mühseligen Versuch scheut, einen Dialog mit Andersdenkenden zu führen, darf sich nicht wundern, wenn die eigene Partei keine neuen Anhänger gewinnt. Das bedeutet ja keineswegs, dass man den Pegida-Leuten unkritisch nach dem Munde reden soll. Aber Schweigen bringt nichts. Außerdem werden in der Pegida-Bewegung viele falsche Vorstellungen transportiert, zum Beispiel die Ansicht, dass Einwanderung, Asyl oder der Islam Tabuthemen seien. Nein, über alle diese Fragen darf und muss man reden, weil auch nur so Wut und Empörung auf eine rationale Basis zurückgeführt werden können. Das Schlimmste wäre, wenn Pegida allein im eigenen Saft schmoren würde.

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