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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Private Sicherheitsdienste immer stärker nachgefragt Zwiespältig HUBERTUS GÄRTNER

Bielefeld (ots) - Die Tendenz ist klar und eindeutig: Immer mehr Bürger in Deutschland lassen ihr Eigentum mit Hilfe von privaten Sicherheitsunternehmen schützen. Sie bauen teure Alarmanlagen ein, und in manchen noblen Siedlungen, wie zum Beispiel in Bad Godesberg, werden private Sheriffs angeheuert, damit sie regelmäßig Kontrollgänge unternehmen, Verdächtige abschrecken oder frühzeitig im Auge haben. Kriminalitätsprävention ist im Grundsatz sicherlich zu begrüßen. Hier ist es allerdings zwiespältig. In dem Verhalten vieler Bürger spiegelt sich auch eine zunehmende Sorge und Unsicherheit. Etliche von ihnen trauen der Polizei nicht mehr zu, dass sie für ausreichenden Schutz sorgt. Und das muss sehr zu denken geben. Denn daraus kann sich sehr schnell eine Zweiklassengesellschaft entwickeln, wie wir sie aus den USA oder Südafrika kennen. Sicherheit gibt es dort weitgehend nur für jene, die sie bezahlen können. In einem Rechtsstaat sollte das aber nicht passieren. Trotzdem darf man private Sicherheitsdienste nicht verteufeln. Sie leisten für zahlreiche Unternehmen, aber auch für Städte und Gemeinden wertvolle Arbeit. Wichtig bleibt allerdings, dass auch in Zukunft keine Grauzonen geschaffen werden. Das Gewaltmonopol des Staates darf nicht angetastet werden. Hoheitliche Aufgaben müssen für "die Privaten" tabu bleiben.

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