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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Terror im Namen des Propheten Der gefährlichste Rechtsextremismus Ansgar Mönter

Bielefeld (ots) - Die westlichen Gesellschaften stehen vor dem Kampf um den Erhalt ihrer freiheitlichen Werte. Die Auseinandersetzung wird unvermeidlich sein. Das haben spätestens die Anschläge von Paris gezeigt, das zeigt der Terroreinsatz der vergangenen Tage in Belgien. Die Lage ist gefährlicher, als viele annehmen oder sich wünschen. Das Ende dessen, was Generationen vor uns - meist gegen den Widerstand der Religiösen - an Freiheit erkämpft haben, ist denkbar. Die Auseinandersetzung kann aber gemeistert werden, wenn wir - freiheitlich denkende Muslime immer mit eingeschlossen - die offensichtlichen Tatsachen anerkennen. Eine davon ist, dass die Religion Islam ein massives inneres Problem hat. Zu viele ihrer Anhänger begreifen sie als eine politische Ideologie, die mit ihrem Weltbeherrschungsanspruch, Judenhass, Führerkult und ihrer Herrenglauben-Attitüde der gefährlichste Rechtsextremismus unserer Tage ist, Islamismus genannt. Die Grenzen zwischen Religiösen und Islamisten sind unscharf. Denn auch die Extremen berufen sich auf den Koran, der allen Muslimen als Gottes Wort gilt. Und sie können es. Im Koran sind neben spiritueller Schönheit genauso Gewaltaufrufe bis hin zum Töten zu finden. Das heißt: Die Muslime kommen nicht umhin, sich mit dem mörderischen Fundamentalismus im eigenen Haus auseinanderzusetzen. Das fordern übrigens seit langem auch zahlreiche reformorientierte Muslime. Nur: Sie werden kaum gehört. Stattdessen ist die hohle Formel "Das hat nichts mit dem Islam zu tun" bei Politikern und Religionsfunktionären schnell ausgesprochen, sobald wieder Blut fließt im Namen des Propheten. Zuletzt tat sich Innenminister Thomas de Maizière damit hervor. Wie dumm die Phrase ist, zeigen allein die Geschehnisse der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte auf der Welt. Dieser Logik folgend hätte der 11. September nichts mit dem Islam zu tun, ebenso die Anschläge von Bali, Madrid, London und der Aufruhr nach den dänischen Karikaturen auf der Welt. Oder die Terrororganisationen Islamischer Staat, Hamas, Hisbollah, El Kaida, Taliban, Boko Haram, Al Shabaab und die Muslimbrüder. Oder der Staatsterror im Iran und in Saudi-Arabien, die Einführung der Scharia in Teilen Indonesiens, Scharia-Gerichte in deutschen Hinterzimmern, der andauernde mörderische Kampf zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen. Oder der Hass der Salafisten und die weit verbreitete Unterdrückung des Weiblichen sowie anderer Religionen in muslimisch dominierten Ländern. Weitergedacht würde die Aussage zwangsläufig in der Feststellung münden, der Islam selbst habe nichts mit dem Islam zu tun. Absurd. Wenn Dschihad "innere Anstrengung" bedeutet, wie Muslime oft erklären, dann ist es dringend Zeit, dass sie das Problem mit dem Zorn in ihren Reihen anerkennen und offensiv angehen; auch um den spirituell-mystischen Islam - man denke nur an die faszinierenden Sufis - zu retten. Kluge Denker dafür hat der Islam in seiner Geschichte selbst hervorgebracht. Geschieht das nicht, weil sich die Muslime nicht zuständig fühlen oder nicht wollen und weil es allen anderen in der Gesellschaft an Mut und Klarheit fehlt, um die eigenen Werte zu verteidigen, gewinnen die kriminellen Fundamentalisten. Dann stehen wir - mit den freiheitlich denkenden Muslimen - vor einem harten Kulturkampf. Wie der ausgeht, ist absolut ungewiss.

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