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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Neue Tempo-130-Zonen auf der Autobahn 2 Sicherheit geht vor MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Der Aufschrei vieler Autofahrer wird groß sein, wenn sie in einigen Wochen auf ihrem Weg Richtung Berlin auf der Autobahn 2 einige Tempo-130-Schilder finden werden, die dort vorher nicht standen. Die Angst ist groß, dass es irgendwann ein flächendeckendes Tempolimit auf dem bundesdeutschen Fernstraßennetz geben wird. Doch eine solche Perspektive ist fernab jeglicher Durchsetzbarkeit. Und das hat seinen Grund. Denn in der Politik hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Verbote im Straßenverkehr allein nicht viel bringen; sie müssen auch auf eine möglichst breite Akzeptanz bei den Kraftfahrern stoßen. Das gilt umso mehr auf den Autobahnen, einer statistisch gesehen recht sicheren Straßenart. Hinzu kommt: Die Limousinen von heute sind bei Sicherheits- und Fahrtechnik so hervorragend ausgebaut, dass hohe Geschwindigkeiten problemlos handhabbar erscheinen. Das ist auch in den meisten Fällen so. Es sei denn, der Faktor Mensch oder das Wetter machen einen Strich durch die Rechnung. Und genau hier setzt das neue Sicherheitskonzept der Autobahnpolizei in OWL an. Tückische Gefäll- und Steigungsstrecken sowie Kurven machen einige Streckenabschnitte der A 2 besonders dann gefährlich, wenn die Verkehrsdichte sehr hoch ist. Der rückwärtige Verkehr ist oft zu spät zu erkennen, riskante Überholmanöver an der Tagesordnung. Hier kann ein Tempolimit von 130 weiterhelfen und schwere Unfälle verhindern. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme sollte aber ebenso kontrolliert werden wie die Einhaltung des Tempolimits. Mittelfristig wünschenswert wäre, den gesamten Verlauf der A 2 in ein System sogenannter Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBAs) einzubinden, wie es bereits in Niedersachsen in Betrieb ist. Die elektronisch gesteuerten Schilder warnen vor Staus durch Unfälle, Nebel, Starkregen oder Glatteis. Ein Instrument, das bei Kraftfahrern zu Recht mehr Akzeptanz genießt als ein 24-Stunden-Tempolimit. Erhebungen in Baden-Württemberg schreiben den VBAs eine Reduzierung der Unfallzahlen um 30 Prozent zu. Eine sinnvolle Investition für eine der am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Denn: Sicherheit geht vor.

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