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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Geisterschiffe mit Flüchtlingen Grausamer Trend Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Dass Schleuserbanden aus der Not der Flüchtlinge Kapital schlagen, ist keine Neuigkeit. Doch der grenzenlose Zynismus, mit dem die Täter den Tod der Flüchtlinge in Kauf nehmen, erschreckt jedes Mal aufs Neue. Jetzt werden heillos überfüllte Schiffe ihrem Schicksal ohne Besatzung überlassen. Zweimal in dieser Woche sind führungslose Kähne auf die italienische Küste zugetrieben. Nur knapp sind die Menschen der Katastrophe entkommen. Das Leid der Flüchtlinge, die vor allem in Afrika oder Syrien Terror und Krieg entkommen wollen, ist so groß, dass sie trotz der Lebensgefahr den unsicheren Weg über das Mittelmeer antreten. Tausende von ihnen haben diesen letzten Ausweg bereits mit dem Leben bezahlt. Es ist zu befürchten, dass das Jahr 2015 mit diesem grausamen Trend nicht brechen wird. Ist es ein Naturgesetz, dass diese Menschenschmuggler-Mafia andauernd das Leben von Hunderten Menschen riskiert und die Politik diesem verbrecherischen Treiben hilf- und ratlos zusieht? Sollen wir uns alle daran gewöhnen, dass das Mittelmeer zum Massengrab wird? Sonntagsreden über die würdige Aufnahme von Flüchtlingen reichen nicht aus, wenn der Blick nicht über den deutschen Tellerrand hinausgeht und die Zufahrtswege nach Europa ignoriert. Der Eindruck bestätigt sich, dass es eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik nicht gibt. Sie ist aber notwendiger denn je.

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