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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Einigung auf Krankenhausreform Endlich mehr Geld für die Pflege PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - In keinem Politikbereich herrscht so viel Reformfreude wie im Gesundheitssektor. Soweit von Freude die Rede sein kann, sind es doch meist eher die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung und der Zwang zur Ausgabenkontrolle, die den Politikern Beine machen. Die jetzt vorgelegten Pläne fallen nicht in letztere Kategorie. Es ist Geld da, das man verteilen kann. Das regt die Politikerfantasie an. Jedenfalls beim Bund. Der kann den Gesundheitsfonds anzapfen. Dort haben die Kassenpatienten mit überhöhten Beiträgen ordentliche Reserven gebildet. Woher aber das klamme Land NRW die rund 100 Millionen Euro für den neuen Strukturfonds nehmen will, bleibt vorläufig offen. Jedenfalls nicht aus bereits beschlossenen Krankenhaus-Investitionsmitteln. Das Geld, das hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens abgenickt, soll nach dem Willen der Reformer zusätzlich aufgebracht werden. Man sieht förmlich vor sich, wie Finanzminister Norbert Walter-Borjans Schnappatmung bekommt. Ohne Abstriche erfreulich ist der Plan, die Pflege am Bett zu stärken. Keine Berufsgruppe im Gesundheitswesen ist so nah am Patienten wie die Pflegekräfte auf den Stationen. In keiner anderen Berufsgruppe ist die Arbeit in den letzten Jahren so verdichtet worden. Davon kann auch jeder Patient ein Lied singen, der im Krankenhaus behandelt worden ist. Ob der Plan aufgeht, nach Qualität zu bezahlen, bleibt allerdings abzuwarten.

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