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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Unfall im Atomkraftwerk in der Ukraine Risiko Kernkraft Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Nein, offensichtlich ist die Katstrophe nicht passiert.Auch wenn allein die Verbindung der Begriffe Atomunfall und Ukraine Erinnerungen an Tschernobyl 1986 hervorruft. Doch die Ukraine scheint am GAU vorbei geschrammt zu sein. Der Brand hat sich wohl in dem nicht-nuklearen Teil der Atomanlage Saporoschje ereignet. Dass die Ukraine immer noch 44 Prozent des Strombedarfs aus Atomkraftwerken deckt, ist nicht gerade beruhigend. Wie ist das möglich nach Tschernobyl? Ganz einfach: die Ukraine kann sich den Ausstieg gar nicht leisten. Nicht nur weil Russland aus politischen Gründen schon öfter den Gashahn zugedreht hat. Wegen des Bürgerkriegs im Osten kann momentan nicht einmal mehr die Kohle gefördert werden. Energiepolitisch steht das Land kurz vor dem Ruin. Das reiche Deutschland kann sich unter großen Anstrengungen den Ausstieg aus der Atomenergie leisten. Die bettelarme Ukraine hingegen darf daran nicht einmal im Traum denken. Auch wenn die Gefahr besteht, dass der Bürgerkrieg im Osten vor den Atomkraftwerken nicht halt macht. Eine einzige fehl geleitete Rakete könnte leicht die Reaktorhülle des Kernkraftwerks Saporoschje durchschlagen. Denn diese Hülle soll nur lächerliche 1,20 Meter dick sein. Um nach Tschernobyl das Risiko einer weiteren Atomkatstrophe auszuschalten gibt es nur einen Weg: den Krieg im Osten der Ukraine beenden.

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