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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Neuer Ratsvorsitzender der EKD Wichtige Signale CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hat ein starkes Signal gesetzt. Anders als bei vorigen Wahlen hat sie Heinrich Bedford-Strohm ohne Kampfabstimmungen mit großer Mehrheit zum Ratsvorsitzenden der EKD gewählt. Das ist wichtig in einer Zeit, in der die christlichen Kirchen in Deutschland unter Druck stehen. Positiv an der Entscheidung ist auch, dass die Synode eine langfristige Lösung gewählt hat. Im kommenden Jahr wird der neue Vorsitzende mit großer Wahrscheinlichkeit für sechs Jahre bestätigt werden. Sein gestriger Konkurrent Jochen Bohl aus Sachsen ist schon deutlich älter und wäre eine Übergangslösung gewesen. Es ist darüber hinaus ein Signal für die Ökumene. Bedford-Strom war ein wichtiger Autor des gemeinsamen Sozialwortes von evangelischer und katholischer Kirche vom Anfang des Jahres. Das ist drei Jahre vor dem großen Jubiläumsjahr der Reformation von 1517 wichtig. Schon gab es Reibereien einzelner Gruppen und Geistlicher in beiden Kirchen darüber, wie viel Gemeinsamkeit die Reformationsfeierlichkeiten haben sollten. Da kann der neue Ratsvorsitzende mäßigend oder vermittelnd wirken. Vielleicht ist es sogar von Vorteil, dass nun die Führungen beider großen christlichen Kirchen aus Bayern kommen. Denn der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz ist Kardinal Marx aus München. Da ist es leichter, mal ein kurzfristiges Vieraugengespräch zu organisieren, wenn etwas hakt. Allerdings könnte die Frage auftauchen, ob die Kirchen konservativer werden, wenn jetzt der Süden so ein Gewicht erhält. Marx hat bei aller Liberalität auf manche Fragen konservative Antworten. Insbesondere was die kirchliche Zusammenarbeit angeht. Dem scheidenden Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider ist die evangelische Kirche zu Dank verpflichtet. Nach der Aufregung um den Rücktritt der Hoffnungsträgerin Margot Käßmann hat er - persönlich oft unterschätzt - besonnen, pragmatisch und entschieden die EKD in ruhigere Zeiten geführt.

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