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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Streik bei der Bahn Handlungsbedarf CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Das Grundrecht auf Streik ist wichtig und darf nicht angetastet werden. Ein "Arbeitskampf" tut immer weh und ist kein Spaziergang. Sonst könnte die Aktion ja auch "Arbeitskuscheln" heißen. Allerdings gerät der Streik bei der Deutschen Bahn AG aus den Fugen. Es geht längst nicht mehr um fünf Prozent mehr Lohn, mehr Freizeit oder Ruhestandsregelungen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass eine Minigewerkschaft mit einem geltungssüchtigen Vorsitzenden der Bahn AG und einer Konkurrenzgewerkschaft zeigen will, was eine Harke ist. Und das auf Kosten des Unternehmens und vor allem der Bahnreisenden. Dabei bedenkt die Gewerkschaftsspitze nicht, dass sie mit dem Ausstand ausgerechnet an diesem Wochenende die eigenen Sympathisanten trifft: Fußballfans auf dem Weg zu den Liga-Spielen und Familien auf der Herbstferienreise. Außerdem liegt im Arbeitsministerium ein Gesetzentwurf vor, der sich mit den Streikrechten von Minderheitsgewerkschaften beschäftigt. Ausgerechnet jetzt um der eigenen Bedeutung willen zu streiken ist kontraproduktiv. Die Geiselhaft zeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf ist.

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