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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Kampf gegen Ebola Verlorene Zeit BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Woche für Woche wurden die Prognosen dramatischer, das Ebola-Virus verbreitet sich ungebremst in Westafrika. Lange, viel zu lange wurde die Epidemie als typisches Problem unterentwickelter afrikanischer Staaten betrachtet, dem man mit dem ehrenamtlichen Engagement von Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" schon Herr werden würde. Ein Irrtum. Vor Wochen bereits hatten Mediziner sowie die Weltgesundheitsorganisation erklärt, die Epidemie sei außer Kontrolle. Es mangele an qualifiziertem Personal. Doch außer guten Worten und viel zu geringen Überweisungen für die Arbeit im Seuchengebiet tat sich viel zu wenig. An Mangel an Informationen kann es nicht gelegen haben. Selten wurde so ausführlich und mit so erschütternden Bildern aus den am meisten betroffenen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia berichtet. Das änderte jedoch wenig an der Kaltherzigkeit in Staaten mit hoch entwickeltem Gesundheitssystemen. Jetzt, da die Ausbreitung der Krankheit weit über die Ursprungsregion droht, wird endlich die Politik aktiv. Die USA entsenden 3.000 Soldaten. China stockt sein medizinisches Personal auf und Deutschland will nicht weiter allein mit Geld helfen. Vor einer Woche schon berichteten Medien, von Plänen des Verteidigungsministeriums, aktive Hilfe vor Ort leisten zu wollen. Geschehen ist seitdem wenig. Das legen Nachfragen dieser Zeitung an den Bundeswehrstandorten in Ostwestfalen-Lippe nahe. Nichts genaues weiß man dort nicht. Das bestärkt den latenten Eindruck von der Bundeswehr: Sie ist nur bedingt einsatzfähig. Verantwortlich dafür ist nicht die Truppe, sondern ihre Führung. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen setzt wieder mehr auf den öffentlichen Auftritt denn auf effektive Wirkung. Das aber wirkt motivationshemmend auf die Soldaten, die sich schließlich freiwillig in das Ebola-Kampfgebiet melden sollen.

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