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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Haderthauer-Rücktritt Ein Problem weg, ein neues da Ralf Müller, München

Bielefeld (ots) - Der Rücktritt der bayerischen Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer (CSU) trägt ganz die Handschrift ihres Chefs Horst Seehofer: bei Auftauchen einer Kri-se rasch einen Schlussstrich ziehen und so den sich anbahnen-den Sturm ins Leere laufen lassen. Seehofer hatte mit Hader-thauer noch deutlich mehr Geduld als mit anderen in Schwierigkeiten geratenen Gefolgsleuten. Das hat seinen Grund. Christine Haderthauer zählte zu den Hoffnungsträgern der Partei, zur Führungsriege, die dereinst nach Seehofer einmal das Ruder übernehmen könnte. Die Kronprinzessinnen-Rolle wurde ihr zwar schon vor den Verwicklungen der Modellauto-Affäre aberkannt, aber dennoch blieb sie eine der wenigen Frauen, die sich in der CSU für höhere Aufgaben qualifiziert ha-ben. CSU-Chef Seehofer ist mit dem Anspruch angetreten, die CSU weiblicher zu machen, und hat zu diesem Zweck eine 40-Prozent-Quote in der Partei durchgesetzt. Diesen Anspruch konnte er in seinem Kabinett ohnehin nicht durchsetzen, und dass jetzt noch eine Ministerin fehlt, ist ein Schlag ins Kontor. Bezeichnenderweise ist unter den fünf diskutierten möglichen Nachfolgern Haderthauers gerade einmal eine Frau. Zudem erhält mit dem Haderthauer-Rücktritt erneut das (Vor-)Urteil Nahrung, in der CSU seien Erwerbstrieb und Politik immer noch untrennbar miteinander verbunden.

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