Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Der Fußball hat uns wieder Liga des Weltmeisters Thomas seim

Bielefeld (ots) - Es geht wieder los. Endlich - hört man die eine Hälfte des Himmels stöhnen. Schon wieder, raunt genervt die andere. Nun gut: Im Jahre der Fußball-WM mit dem Titel Nummer vier für die deutsche Nationalelf ist das Interesse allgemein etwas gewachsen. Wir sind wieder wer! Wirtschaftlich und politisch schon lange. Sagt man. Jetzt liegen wir auch im Fußball ganz vorn. Man könnte sich fast gemütlich zurücklehnen und der wunderbaren Leistungen harren, derer wir uns in der 52. Saison erfreuen dürfen: Effizienter Fußball von Talenten mit Weltformat als Mannschaft auf Platz eins der Weltrangliste - Fußball-Deutschland, dir geht es gut. Es gibt allerdings auch berechtigte Zweifel, an der Überlegenheit. In der Rangliste der Vereinsmannschaften liegt der Weltmeister nur auf Rang drei, hinter Spanien und - unfassbar - England! Beide Nationen haben gerade mal einen Weltmeistertitel, und die Engländer - jetzt auch die Spanier - pflegen als nationaler Verband bereits gern mal in der ersten Runde aus dem Turnier zu fliegen. So toll ist das mit unseren Vereinsmannschaften also gar nicht, obwohl sie zusammen mehrstellige Millionenbeträge ausgeben, um sündhaft teure Spieler einzukaufen und zu bezahlen, die nicht Weltmeister geworden sind. Warum sollte da nicht auch der kleine, bescheidene SC Paderborn mitspielen können? Die Paderborner haben eine grandiose Leistung hingelegt und sind zu Recht aufgestiegen. Sie planen mit einem unscheinbar kleinen Etat, nehmen dafür allerdings für die Eintrittskarten zu ihrem kleinen Stadion mit die höchsten Preise der Liga. Sie werden von vielen Sachverständigen als Abstiegskandidat gehandelt, haben aber kürzlich den englischen Klub FC Everton geschlagen. Sie rechnen sich schon etwas aus, mussten aber im Pokal bereits passen. Stolz und zuversichtlich sind sie in Paderborn, wie man Ostwestfalen kennt, aber vorbereitet darauf, dass es schiefgehen kann. So muss man es vielleicht machen, damit am Ende alles gut wird. Die Musik der Liga wird allerdings vom Geld diktiert. Vom großen Geld. Meister Bayern geht ins USA-Geschäft, Vizemeister Borussia Dortmund greift noch einmal kräftig in die Aktionärskasse. Zwischen beiden Teams wird wieder ein harter Kampf - auch einer der Worte - erwartet. Schalke 04 wird natürlich ein kräftiges Wort mitzureden haben. Und man darf die Millionen-Ausgaben von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg nicht vergessen. Dazu der Altmeister Mönchengladbach - es gab schon weniger Spannung versprechende Startaufstellungen zu Beginn der Saison. Gar nicht zu reden von der wichtigsten Frage aller Fragen: Kehrt "er", und wenn ja, wann, auf die Tribünen der Liga zurück? Das Schicksal des im Gefängnis einsitzenden Uli Hoeneß bewegt Fans und Gegner auch in der Saison eins ohne den Steuerhinterzieher. Es geht also los in der Weltmeisterliga. Unsere Helden sind wieder in der Ebene des Bundes angekommen und geben sich Mühe. Mal mehr, mal weniger. Fußballfreunde und -experten sind gespannt, auch launisch bisweilen: Mr. Weltmeister Mario Götze, der Deutschland zum Titel schoss, erhielt bei der Wahl zum Fußballer des Jahres gerade mal eine Stimme. Eine! Nicht 50 oder 20 auf Platz 15 oder 36. Nein, eine einzige für den letzten Platz. Fußball kann grausam sein. Am Ende. Aber wir sind ja erst am Anfang. Also: Auf geht's, Fans. Ab ins Stadion! Und die andere Hälfte sei um Milde und Nachsicht gebeten. Es ist halt die wichtigste Nebensache der Welt.

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