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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Warnungen vor Rezession in Deutschland Der Aufschwung läuft Wolfgang Mulke, Berlin

Bielefeld (ots) - Noch steckt Deutschland nicht in einer Rezession. Nicht einmal die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß. Schlechtere Wirtschaftsdaten und sorgenvolle Äußerungen wie die des Instituts für Makroökonomie (IMK) am Montag muss man deshalb genau lesen. Vorerst beschreiben sie bloß momentane Phänomene, keine grundsätzliche Entwicklung. Augenblicklich liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession den Angaben des gewerkschaftsnahen IMK zufolge nur bei 25 Prozent - wenngleich sie gestiegen ist. Dies ist zunächst ein Reflex der vergangenen paar Monate, in denen sich mehrere außenpolitische Probleme zeigten. Die für Europa und Deutschland wichtigste Auseinandersetzung findet zwischen der Ukraine und Russland statt. Dort wurde kürzlich ein Passagierflugzeug abgeschossen. Der Westen und Russland haben gegenseitige Wirtschaftssanktionen verhängt. Dies fördert die Angst vor ökonomischer Abschottung und Beeinträchtigung des internationalen Handels - ebenso wie die Ausbreitung der gefährlichen Ebola-Krankheit in Afrika. Hinzu kommen die neuen Kriege im Irak und um den Gaza-Streifen. Und auch wirtschaftlich ist nicht alles perfekt. So leiden manche EU-Staaten weiter an ökonomischer Schwäche - Italien beispielsweise und Frankreich. Zahlreiche Ökonomen befürchten, dass sich eine Deflation breitmacht und die Krise damit zurückkehrt. Diesen besorgniserregenden Befunden stehen jedoch positive Entwicklungen gegenüber, die vor ein paar Monaten noch wichtiger genommen wurden als jetzt. Die Industrieländer seien insgesamt auf Erholungskurs, sagt der Internationale Währungsfonds. Besonders Deutschland geht es gut. Die Arbeitslosigkeit ist auf 6,6 Prozent gesunken. Die Löhne steigen, ebenso die Nachfrage der Verbraucher. Das dürfte weiteres Wirtschaftswachstum bringen. Bis zum Beweis des Gegenteils sollten sich Unternehmen, Gewerkschaften und Regierung deshalb darauf konzentrieren, die positive Entwicklung mit Umsicht am Laufen zu halten. Dazu gehört beispielsweise, dass die Arbeitnehmer jetzt einen Teil der Lohnsteigerungen nachholen können, die ihnen im vergangenen Jahrzehnt versagt blieben.

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