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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Urteil im Fall Tönnies gegen Tönnies Gefährliche Fehde MARTIN KRAUSE

Bielefeld (ots) - Im Machtkampf zwischen Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert steht es 0:1. Der Kläger hat der Position jenes Mannes, der seit 20 Jahren das Gesicht des größten deutschen Fleischkonzerns ist, einen herben Schlag versetzt. Doch endgültig entschieden ist noch nichts. Die Richter haben sich erkennbar größte Mühe gegeben, Licht in das Dunkel um das umstrittene Doppelstimmrecht zu bringen. Beobachter gehen daher davon aus, dass das Landgerichts-Urteil gute Chancen hat, vor den höheren Instanzen zu bestehen. Für Außenstehende bleibt es trotzdem schwer zu erkennen, wer in dem seit Jahren schwelenden Familienstreit richtig oder falsch gehandelt hat. Der Prozess offenbarte, dass der Kläger Robert Tönnies ebenso wie sein aus der Firma ausgeschiedener Bruder Clemens jun. sich von ihrem Onkel Clemens und von Testamentsvollstrecker Josef Schnusenberg schlecht behandelt und übervorteilt fühlen. Weitere anhängige Klagen zeugen davon. Hinter Roberts juristischem Vorgehen spielen gewiss auch persönliche Enttäuschungen eine Rolle. Im Sinne des Unternehmens, der Mitarbeiter und des Standorts aber ist zu hoffen, dass sich die Kontrahenten an einen Tisch setzen und zusammenraufen. Denn in Familienunternehmen enden erbitterte Fehden allzu leicht mit Pyrrhussiegen. Wenn die Eigentümer sich weiter streiten und am Ende gegenseitig blockieren, freut sich nur der Dritte - die Konkurrenz.

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