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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Antibiotikaresistente Keime in roher Wurst Mit Vorsicht genießen ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Wieder einmal produziert die Massentierhaltung negative Schlagzeilen. Rohe Wurst ist mit Vorsicht zu genießen, heißt das Ergebnis einer neuen Studie, die die grüne Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat. Dass der Genuss von rohem Schweinemett nicht gerade gesundheitsförderlich ist, war schon lange kein Geheimnis mehr. Aber die Untersuchung zeigt, dass Putenmett offenbar noch stärker mit antibiotikaresistenten Keimen durchsetzt ist. Putenfleisch ist beliebt, weil es als mager gilt und deshalb ein gesünderes Image hat als das Schweinefleisch. Den Tieren haben aber die hohen Verkaufszahlen nicht gut getan. Sie werden in riesiger Zahl auf schnelles Wachstum und möglich hohen Brustmuskelanteil gezüchtet. Denn Ziel ist, vor allem das Brustfilet möglichst billig auf den Markt zu bringen. Zudem trägt die Enge der Ställe in der Massentierhaltung dazu bei, dass Krankheiten entstehen und das wiederum fördert den Einsatz von Antibiotika. Wer das Fleisch roh über Wurstwaren zu sich nimmt, bekommt auch die antibiotikaresistenten Keime in den Körper. Und die können zu einem echten Problem werden, falls man sich eines Tages eine Krankheit zuzieht, die allein durch den Einsatz von Antibiotika geheilt werden kann. Immer mehr Krankheitskeime erweisen sich mittlerweile als resistent. Das mit Antibiotika vollgepumpte Geflügel ist übrigens in gesundheitlicher Hinsicht ein wesentlich größeres Problem als die US-amerikanischen Chlorhähnchen, vor denen momentan so gerne gewarnt wird. Doch das nur nebenbei. Was tun? Natürlich ist jeder für seine Ernährung in erster Linie selbst verantwortlich. Auf den Verzehr roher Wurstwaren sollte man möglichst ganz verzichten. Nicht jeder verdient genügend Geld, um Wurst und Fleisch nur noch beim Biohändler einzukaufen. Doch letztlich werden sich die Bedingungen in der Massentierhaltung nur ändern, wenn der Verbraucher bereit ist, für Lebensmittel zumindest etwas mehr Geld zu bezahlen. Diese Bereitschaft ist hierzulande noch ungenügend ausgebildet, klagen Experten immer wieder. Daneben ist Aufklärung wichtig - und Gesetze, die den Antibiotika-Einsatz im Stall eindämmen.

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