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Neue Westfälische (Bielefeld): Berliner SPD¶ Mehltau über der Hauptstadt¶ Peter Gärtner, Berlin

Bielefeld (ots) - Die Berliner SPD hat zwar ihren Vorsitzenden Jan Stöß wiedergewählt, doch mit einem derart bescheidenen Ergebnis, dass es die Partei mehr spaltet als eint. Durch den schwer angeschlagenen Regierungschef Klaus Wowereit ist ein innerparteiliches Machtvakuum entstanden, das weder Stöß noch sein Hauptkonkurrent, der Fraktionschef Raed Saleh, füllen können. Wer wann und unter welchen Bedingungen Wowereit-Nachfolger wird, ist offen. Doch längst pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Der einst so beliebte Bürgermeister, der Berlin viele Jahre nach vorn brachte, befindet sich im freien Fall. Wowereit ist spätestens seit der BER-Blamage kein Zugpferd mehr, sondern zieht die Partei mit seinen verheerenden Umfragewerten wie Blei mit nach unten. Die in besseren Zeiten unangefochtene Autorität reicht heute weder für ein Machtwort noch eine klare politische Linie. Der innerparteiliche Macht-kampf um die Spitzenkandidatur für die nächsten Wahlen 2016 und die schrittweise Entmachtung Wowereits werden nicht folgenlos bleiben. Nach 25 Regierungsjahren droht der SPD die harte Oppositionsbank. Denn die Berliner wenden sich scharenweise von Wowereit und seiner Partei ab, deren zunehmende Lähmung sich wie Mehltau über die Stadt legt.

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