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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Portugal Lohnender Sparkurs VON RALPH SCHULZE, MADRID

Bielefeld (ots) - Es ist endlich mal wieder eine gute Nachricht für die zehn Millionen Portugiesen: Ihr Krisenland, das 2011 vor der Staatspleite stand und mit einem Notkredit von 78 Milliarden Euro gerettet werden musste, kann Mitte Mai den Euro-Schutzschirm verlassen. Und zwar mit einem "sauberen Ausstieg", also ohne Netz und doppelten Boden. Portugal fühlt sich stark genug, um sich der Zukunft ohne eine neue vorsorgliche Kreditlinie zu stellen.  Der harte Sparkurs des konservativen Regierungschefs Pedro Passos Coelho, der den Bürgern schmerzhaften Verzicht abverlangte, hat sich also gelohnt. Portugal, das sich am Finanzmarkt wieder zu erträglichen Zinsen Geld leihen kann, scheint aus der Gefahrenzone zu sein - wenigstens vorerst. Und die EU kann sich pünktlich vor der Europawahl an die Brust klopfen, dass die Euro-Krisenpolitik doch gar nicht so schlecht funktioniert.  Das explodierte Etatdefizit, welches vor der Rettung mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betrug, sank radikal. 2014 soll die Neuverschuldung nur noch vier Prozent betragen. 2015 soll das Minus unter die Euro-Stabilitätsgrenze von drei Prozent des BIP fallen. Ein Sanierungserfolg, von dem sich andere gerettete Euro-Krisenstaaten wie Griechenland, Irland oder Spanien eine dicke Scheibe abschneiden können. Denn sie sind in puncto Haushaltsdisziplin viel weiter vom Euro-Stabilitätspakt entfernt.

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