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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Bericht über Unregelmäßigkeiten bei ADAC-Pannenhilfe Es geht an die Substanz MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Diese Meldung kommt für den zweitgrößten Automobilclub der Welt zur Unzeit. Gerade in einer Phase, da der ADAC nach der Affäre um Mauscheleien bei der Wahl des beliebtesten Autos des Jahres im Januar bestrebt war, verlorenes Vertrauen seiner Mitglieder und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, kommen neue Vorwürfe ans Tageslicht. Und diese wiegen schwer. Denn sie betreffen das Kerngeschäft des ADAC, das den Club erst zu dem gemacht hat, was er heute ist: die Pannenhilfe. Diese Dienstleistung ist es, die die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer entscheidend dazu bewegt, in den ADAC einzutreten. Der Mitgliedsausweis sichert sozusagen den Zugang zu einem Rundum-sorglos-Paket. Das Versprechen, das dahintersteht, lautet: Jedem Mitglied, dessen Kraftfahrzeug mit einer Panne liegenbleibt, wird so schnell wie möglich durch einen Technikspezialisten, einen sogenannten Gelben Engel, vor Ort geholfen. Sollte sich dieses Versprechen tatsächlich als nicht haltbar herausstellen, weil es Kunden erster und zweiter Klasse gibt, ginge es für den ADAC an die Substanz. Das Vertrauen seiner rund 18,9 Millionen Mitglieder wäre nachhaltiger gestört als bisher. Und im Umkehrschluss schwieriger wiederherzustellen. Immerhin musste der Automobilclub einräumen, dass er seit Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe rund 250.000 Mitglieder verloren hat. Ein kräftiger Denkzettel für den Dienstleister, der zuvor stolz auf kontinuierlich steigende Mitgliederzahlen war. Natürlich steht derzeit Aussage gegen Aussage. Das heißt: Wirklich bewiesen sind die neuen Vorwürfe bislang nicht. Doch ob das einfache Dementi der Vorwürfe ehemaliger ADAC-Mitarbeiter aus der Clubzentrale ausreicht, um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen, darf bezweifelt werden. Für die neue Führungsetage des ADAC bleibt noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

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