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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Versorgungslücken trotz steigender Zahlen Auch der Arzt ist ein Mensch Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Die Zahl der Ärzte wächst, der Mangel auch. Ein Widerspruch? Nein, aber die Aussage ist ungenau. Besser: Die Zahl der Ärzte wächst, doch sie sinkt dort, wo sie dringend gebraucht werden. Deutlich wird das an den niedergelassenen Hausärzten in ländlichen Regionen. Hier ist die Klage über den Mangel berechtigt. Doch woran liegt es, dass sich Ärzte nicht dem Bedarf entsprechend verteilen? Dass eine Klinikanstellung, Teilzeitjobs und die Praxis in der Großstadt so begehrt sind? Ganz einfach: Ärzte sind Menschen. Menschen mit Lebensplanung, mit Hoffnungen und Ängsten, mit Bedürfnissen. Mit einer Praxis Geld zu verdienen, bedeutet für einen Hausarzt einen Spagat. Er muss wirtschaftlich arbeiten, doch die Möglichkeiten bestimmt nicht der Markt. Das tun Kassen und kassenärztlichen Vereinigungen (KV) mit Budgetierung und Punktwert. Florierende Regionen locken Ärzte eher an als die Provinz. Die KVs haben auf Versorgungslücken reagiert und die Bedarfsplanung verfeinert. So sollen unterversorgte Gebiete vorrangig abgedeckt werden. Doch was, wenn sich schlicht zu wenig Ärzte niederlassen? Wenn es auf dem Land keine Krankenhäuser mehr gibt, die mit Versorgungszentren in die Bresche springen? Dann wird der Staat eingreifen müssen. Mit forcierter Zuwanderung, mit Ausbildung und, in letzter Konsequenz, dem Einmischen in den Sicherstellungsauftrag der KV.

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