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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Berufsstand der Hebammen in Gefahr Zu schlecht bezahlt Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Schwangere haben ein Recht auf Wahlfreiheit. Nicht alle Frauen wollen in einem Kreißsaal gebären. Die Wartelisten für Geburtshäuser sind lang. Hebammen sind für viele junge Mütter auch in der Zeit vor und nach der Geburt die wichtigste Anlaufstelle. An einer mangelnden Nachfrage liegt es nicht, dass jetzt der gesamte Berufsstand bedroht ist. Nein, es sind die Haftpflichtprämien der Versicherungsunternehmen, die die Hebammen in Bedrängnis bringen. Eine Prämie von über 5.000 Euro im Jahr ist in der Tat eine stolze Summe. Doch dass sich die Hebammen diese Summen nicht leisten können und deshalb häufig an einen Ausstieg aus dem Beruf denken, liegt an einem ganz anderen Skandal: Sie werden viel zu schlecht bezahlt. Dass Hebammen, die einen höchst anspruchsvollen Beruf ausüben, im Durchschnitt tatsächlich nicht mehr als 8,50 Euro pro Stunde bekommen, ist unfassbar. Das Lohnniveau in den Pflegeberufen ist bei uns allgemein viel zu niedrig. Hier muss sich dringend etwas ändern. Die schwarz-rote Bundesregierung sollte sich an den Koalitionsvertrag halten. Dort steht, dass die Koalition sich verpflichtet, "eine flächendeckende Versorgung mit Geburtshilfe sicherzustellen" und "für eine angemessene Vergütung" zu sorgen. Es empfiehlt sich, dieses Versprechen zügig umzusetzen. Solange es noch Hebammen gibt.

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